Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 232 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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es jetzt nicht mehr mit aufsässigen Einzelnen, sondern mit zielbewußten Legionären zu tun. Das ist ja das Große an der Jugendbewegung, daß wir unsere gemeinsame Sache in ihr erkannt haben. Welches andere Mittel gibt es diese Sache zu vertreten, als sie zu bekennen? Und warum sollen wir damit zweihundert Jahre warten, wo wir heute schon anfangen können I Hans: Stelle dir doch nur die Folgen vor, wenn mit der Ehrlichkeit Ernst gemacht wird! Ich kann mir nur Anarchie denken. Gregor: Im Gegenteil. Nirgends werden die Forderungen unmäßig werden. Gefordert wird nur werden, was gefordert werden muß; niemand wird heute verlangen, daß z. B. die Jugend ihre eigenen Städte bewohne — einfach weil diese Forderung noch nicht aktuell ist. Die aktuelle Forderung dagegen, daß der junge Mensch sich seinen Verkehr selbst wählt, wird mit Hilfe der Ehrlichkeit durchgesetzt werden und nicht durch Erschleichung. Hans: Theoretisch ja! Aber das Experiment wird in Wirklichkeit sehr traurig ausfallen! Gregor: Nur wenn alle so denken wie du. Dann sind sie nämlich von der Richtigkeit der „Theorie" überzeugt und fürchten nur die Anwendung. Theorie gibt es hier gar nicht. Die Ehrlichkeit — das ist ein neuer Ton, dien die Jugend gegen das Alter anschlägt. Sei „ehrlich", Hans, kannst du noch etwas im Ernst dagegen sagen? Läßt sich ein neuer Ton, eine neue Sprache durch Argumente widerlegen? Hans: Nein. Gregor: Und so wirst du ihn mitsingen, unsern neuen Ton. 7. In einem anderen T^eile des Stadtgartens. Lisaweta: „So erneuern wir die Beziehungen der Menschen zueinander" — ich glaube nicht unbedingt daran. Und wenn — dann würde ich wieder einschränken wollen; denn was hat es schließlich für Sinn, was nutzt uns die Offenheit den Alten gegenüber? Gregor: Sehen Sie,;das meine ich gar nicht. Sie nützt dem einzelnen zunächst nicht, vielleicht schadet sie ihm sogar. Aber eine solche Sache setzt voraus, daß es keinen Einzelnen mehr gibt: wir stehen von nun an alle für die Jugendbewegung, für — 232