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Der Anfang · 1913-11-01 · Heft 7 (November 1913) · p. Seite 217

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 7 (November 1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 217 (sequence 25)
Language
German
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tagsbelustigungen von unserer Seite Ausdruck. Wir suchen dann krampfhaft und angestrengt in unserm Gedächtnis nach Freunden und Freundinnen, mit denen wir uns verabreden könnten. Meist finden wir keine, weil alle „Familie simpeln" müssen am Sonntag. Diese Sonntage vergehen dann in der Regel in größter Öde, an einem Tisch zwischen Erwachsenen und ihren Gesprächen und Kaffee und Kuchen mit Schlagsahne (das beste dabei!) und — wenn der Kuchen und die Schlagsahne alle sind — schicken wir einen Stoßseufzer um den andern zum Himmel. Aber was hilft's! Aufstehen und Fortgehen gibt's nicht 1 Erträglich wird's erst, wenn man, an die Chose gewöhnt, anfangt mit den Großen mitzumachen. Das aber ist bereits die Katastrophe. — Wie ernst und schwer aber ein solch langer Tag für einen jungen Menschen ist, der sich krank sehnt nach irgendeinem gleich* gestimmten Menschen! Wie bitter und vergreisend dieses Gefühl ist: da zu sitzen zwischen Eltern und Verwandten. Ihrem Gespräch zuhören zu müssen, da so viel anderes ans Licht Wollende uns beschäftigt, und zu wissen und zu denken, was in aller Welt habe ich mit all diesen Leuten zu tun? Was sie mit mir? Weshalb muß ich hier sitzen, da doch keiner, kein einziger von ihnen nach mir fragt. Da sie mich so allein und hilflos lassen, wenn ich nach dem guten Wort eines Menschen lechze, oder nach diesem verständnisvollen Eingehen auf meine Gedanken, das die Freundschaft gibt und das diese Großen mir nicht geben können. Da fiel mir neulich ein, wie schön es sein müßte, wenn all solchen — und nicht nur an diesen einsamen Sonntagen — Suchenden, Entbehrenden ein Ort geschaffen werden könnte, an dem sie finden sollen, was sie suchen. Wenn wir diesen Ort schaffen könnten. Irgendeinen hellen, lustigen Raum, der uns ganz allein gehört! Können wir uns das nicht schaffen, und verhältnismäßig leicht schaffen? Es wurde neulich im S. B. S. bemerkt, daß die sich in ihm zusammenfindende Jugend größtenteils aus Sprößlingen recht -wohlhabender, kapitalkräftiger Familien besteht. Da wird ein Appell Än ein zu öffnendes Portemonnaie nicht ungehört verhallen. Besonders, weil der Beutel sich zu dem Zwecke öffnen soll, ein Heim 'der Jugend zu schaffen. Es kann nicht schwer sein, einen geeigneten, nicht zu teueren Raum zu finden und Kameraden, die die ^Miete bezahlen; die Einrichtung soll allen zusammen überlassen ^bleiben. Man soll nichts Neues kaufen — möglichst nichts Neues. Man soll — von Eigenem etwas hergeben. Um Lese- und ^otenmaterial wird man nicht verlegen zu sein brauchen. Ich denke üs» mir für die erste Zeit ganz praktisch, wenn diejenigen, die eine gute Bibliothek besitzen, ihre Bücher für eine Zeitlang je nach Bedarf zur Benutzung hingeben. Die Redaktion des „Anfang44 wird ^tfohl auch ihre Tauschexempiare von Zeitschriften usw. auslegen. liMhnählich können wir dann auch, teils durch freiwillige Bücher- 217

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