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Der Anfang · 1913-11-01 · Heft 7 (November 1913) · p. Seite 207

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 7 (November 1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 207 (sequence 15)
Language
German
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r.:. sehe der „Anfang4* zu, ilaU er nicht in eine ähnliche Lage komme. Wenn einmal erkannt ist, daß an den unerfreulichen sexuellen Zuständen der heutigen männlichen Jugend nichts minieres schuld ist als ein blödsinniges (iesclligkeitssytem, dann packe man auch kräftig zu und bleibe nicht bei Halbheiten stehen. Die vorläufige Wirklichkeit. Es erhebt sich die Frage: „Inwieweit ist es möglich, schon jetzt eine erfreuliche Jugendkultur praktisch durchzuführen?" (Dabei möchte ich bitten, die Jugendkultur nicht für die Schuljugend zu reservieren. Es ist das eine erhebliche Lücke in den Ausführungen Wynekens.) Wenn Für alle andern Teile der Jugendktiltnr diese Frage positiv beantwortet werden kann dahin, dall es möglich ist, in einigermaßen befriedigender Weise eine Reform durchzuführen, allerdings unter Ausschaltung von Schule und Elternhaus, dann muß doch für die sexuelle Seite mit einem glatten Nein geantwortet werden. Solange es keine Möglichkeit gibt, die dem Austauschbedürfnisse der Geschlechter in befriedigender Weise Genüge leisten, solange wird für die männliche Jugend die „Wirklichkeit4* eben wie bisher aus Bars, Cafehäiiseiii, Operettentheater, Kabarett, Kellnerin, I anz-, Laden- und andern Mädchen bestehen. Der „Anfang44 möge sich also davor hüten, einen Idealismus zu nähren, der bei der ersten Belastungsprobe zusammenkracht „Heroischer Lebensstil*4 („Anfang" Nr. 3, S. 94) ist höheres Blech! In der Not fribt der Teufel Fliegen. Ohne sich eine gehörige Portion ordinärster Frivolität aufzupacken, ist heute noch nicht durchzukommen. Immerhin kann mau schon für eine sehr nahe Zukunft gute Hoffnung haben. Denn unser jetziges System pfeift auf dem letzten Loch. Wenn schon geheime Schülerverbindungen nach ihren akademischen Mustern, den Korps und Burschenschaften, die geschlechtliche Betätigung der Mitglieder in ihr Programm aufgenommen haben, dann „dürfte doch wohl" der Punkt erreicht sein, wo noch so alte Traditionen ins Wanken geraten müssen. Es liegt was in der Luft, derweil drückt man sich so durch, es geht sogar großartig. Aalglatt und mit Elan fährt man in alle Löcher und Winkel dieses so „mannigfaltigen" Weltgetriebes und rutscht auch wieder raus. Wenn man das 15 Jahre fort- 207

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