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Der Anfang · 1913-11-01 · Heft 7 (November 1913) · p. Seite 208

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 7 (November 1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 208 (sequence 16)
Language
German
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gesetzt hat, nennt man's ausgetobt und hat dann angeblich massig Lebenserfahrung. Hoffen darf man aber, wie gesagt, immerhin (diese verfluchte Hoffnung) und warten....., warten, warten, es tfibt ja nichts Schüttre* als warten, nicht wahr, und derweil geht di r alte liott weiter, ein Ball läßt alle Herzen „höher schlagen44, die „Damen" hängen sich in einer Nacht zwanzig verschiedenen „Herrn" in die Arme, und die Musik spielt und der Chorus brüllt: Ja das haben die Mädchen so gerne---ja da träumen sie alle davon. Epilog Nr. 1. An die weibliche Jugend wende ich mich nun zum letztenmal und sage: Es gibt Dinge auf der Welt, die einem von der offiziellen Erziehung nicht nahegebracht werden. Es sind die wichtigsten. Seht euch vor! Bei unserm jetzigen Haustöchtertum ist der Zustand ahnungslosen Eingelulltseins die Regel. Und dann kommt der große Kladderadatsch. Was das ist, darüber kann unbefangener Einblick in die Frauenliteratur unserer Zeit jedem Mädchen Aufklärung verschaffen. Wenn dabei der „zarte Hauch des Nichtwissens", der einer „unbefangenen keuschen Mädchenseele" den „rätselhaft anziehenden Schimmer der echten Weiblichkeit" verleiht, wenn der durch „schnödes, kaltes Wissen" zum Teufel geht, dann ist das nur zu begrüßen; diese Wandlung ist unumgängliche Grundlage für das Weitere: die Verdrängung des verflucht dirnenmäßigen Beigeschmacks durch einen selbstbewußten Stolz. Allerdings, Kämpfe wird's geben um dies „Aufwachen der weiblichen Jugend". Es ist ja bekannt, mit welchen Schwierigkeiten es schon für die männliche Jugend (solange sie in der „treuen Hut" von Schule und Elternhaus steht) verknüpft ist, wenn sie sich über Dinge orientieren will, von denen „man14 nichts wissen will. Die Folgen sind wohl gewöhnlich, daß eine Anzahl Hintertreppenbuchhandluugcn frequentiert werden, die natürlich höchst unglückliche Literaturauswahl bieten. Für Mädchen sind all diese Schwierigkeiten wohl vollends unüberwindlich. — Das Hoffen wird einem wirklich schwer gemacht. Es hängt so in der Luft; worauf soll man bauen: das Familienleben eine Farce, die Schule eine Tretmühle, die Studienzeit stumpfsinnige Tollheit usw. usw. 208

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