Mannheim
Compact Memory

Der Anfang · 1913-11-01 · Heft 7 (November 1913) · p. Seite 195

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 7 (November 1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2709933-3186105-3186113--307-3186351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Freiheit und das Deutschtum. (Zwischenruf: Und die Jugend!) „Ja, und die Jugend." An diesen Zwischenruf knüpfte Dr. Wyneken an. Hier auf diesem Jugendtag sei fast noch gar nichts von der Jugend und ihrem Willen und ihren Nöten gesprochen worden. Deutschtum und Freiheit! Die Jugend selbst aber werde vergessen. Es werde an dumpfe, ungeklärte Instinkte der Jugend appelliert, und nach den agitatorischsten und suggestivsten Reden falle der größte Beifall. Er protestiere gegen den Volksversammlungston, in dem zur Jugend gesprochen werde. Er wisse nicht, inwieweit er sich noch weiter an der Freideutschen Jugendbewegung beteiligen könne, wenn sie diesen Weg gehen würde; er und die Seinigen würden es jedenfalls niemals dulden, daß die Jugend für irgendwelche politische oder halbpolitische Sonderbestrebungen eingefangen weide. Mit dieser Rede, die großen Eindruck machte und die Vertreter unmittelbar vor die Entscheidung stellte, schloß der vorgerückten Stunde wegen die Beratung. Man wanderte noch stundenlang durch die Nacht in die Quartiere. Sonnabend morgen, den 11. Oktober, wurde die Beratung auf dem Hohen Meißner unter freiem Himmel fortgesetzt. Iis folgte zunächst eine warme Rede von Luserke, der die Notwendigkeit der Autonomie der Jugend begründete. Der ideale Antrieb eines ganzen Lebens führe auf die eigensten innerlichen Werte der Jugend zurück, die nicht gut definiert werden könnten, neben denen aber die klaren und begrenzten Begriffe wie Rassenhygiene und Abstinenz nur Werte zweiter Bedeutung seien. Walter Köhler führte aus, daß der Wandervogel in seiner heroischen Gründungszeit nur die Jugend selbst finden und haben wollte. Um sich selbst treu zu bleiben, müßte er sich also an diejenigen halten, die dasselbe wollten und sich von denen fernhalten, die die Jugend zu Handlangerdiensten der verschiedensten Bestrebungen benutzen wollten. Der Wandervogel stehe am nächsten der Freien Schulgemeinde. Schon aber hatten die Führer während der Nacht ihre Beratungen weitergeführt und eine Einigungsformel gefunden. Sie lautet: 1. Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, 195

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.