Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 7 (November 1913)
- Date
- 1913-11-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. 2. Für die innere Freiheit tritt die Freideutsche Jugend unter allen Umständen geschlossen ein. 3. Zur gegenseitigen Verständigung weiden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Die Bedeutung der Eiuiguugsrcsolutioit liegt darin, daß die Jugend also nicht die verschiedenen Weltverbesserungen in die Hand nehmen, sondern daß sie sich an der Gestaltung ihres Lebens aktiv beteiligen will. Die Logik der Tatsachen zwang zu dieser Erkenntnis, trotzdem diejenigen, die diese Anschauung bewußt vertraten, bei weitem in der Minderheit waren. Als Beschluß des ersten Freideutschen Jugendtages wurde erklärt: Alle gemeinschaftlichen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei. Die Einrichtung der Geschäftsstelle wurde der Freischar übertragen. Es wurde der zweite Jugendtag für das nächste Jahr beschlossen. Trotz der nunmehr den Verhandlungen durch die Resolution gezogenen Grenze benutzte Professor Keil vom österreichischen Wandervogel die Gelegenheit, um im fremden Staate eine Kriegsrede zu halten. Da die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Germanen und Slaven ja doch kommen müsse, hoffe er, daß die Deutsch-Österreicher dann auf die Brüder im Reiche rechnen könnten. Darauf sang man: „Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuß der ganzen Welt." — Am Nachmittag war die Sonne durch den Nebel gebrochen und nun kam die ganze Jugendlichkeit und Buntheit erst zu ihrer Geltung. Man lagerte sich, kochte ab, spielte olympische Spiele, sang zur Gitarre und überall wurden alte Volkstänze getanzt und immer wieder getanzt. Der Serakreis, der dem geselligen Leben mehr Inhalt geben will, zeichnete sich durch seine bunten Heroldsmäntel und altdeutsche Baretts aus. Lange Hosen waren auf dem Jugendtag nur in einem einzigen Exemplar vorhanden. Eindrucksvoll war das geschlossene Auftreten der Mitglieder, der Schüler und Schülerinnen der F. S. G. Wickersdorf — gegen 100 an der Zahl — in ihren weithin leuchtenden weißen Mützen. Die Mitglieder des Landschulheims am Solling trugen blaue Mützen; bei ihnen aber fehlten die Mädchen. 196