Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 7 (November 1913)
- Date
- 1913-11-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186113--306-3186350- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vogelbund sei, der prinzipiell keine Schulbeamten als Führer zuließe: der Wandervogel sei eine Empörung gegen Schule und Elternhaus gewesen, er hätte sich aber im Laufe seiner Entwicklung wieder zu sehr unter die Autorität der Schule gebeugt. Die Jungens hätten sich nicht den Wandervogel gegründet, um Schulausflüge mit ihren Lehrern zusammen zu machen. Wyneken stand zu den meisten Vorrednern in Opposition: Es handle sich hier nicht um alle möglichen, an sich vielleicht wichtigen Bedürfnisse des ganzen Volkes, sondern um die der Jugend. Aus ihrem Wesen müsse das neue Programm abgeleitet, nicht von außen an sie herangetragen werden. Das Wichtigste sei erst einmal das Gefühl der gemeinsamen Jugendlichkeit, das bereits gewirkt habe, indem dies Fest und diese Versammlung zustande gekommen sei. Luserke, der jetzige Leiter der Freien Schulgemeinde Wickersdorf, sagte, daß in ihm die Schule zu Worte käme, allerdings die Zukunftsschule. Eine Jugendkultur, die mehr als Stückwerk sein wolle, könne sich nicht nur abseits der Schule entwickeln, sondern müsse in die Schule selbst hineingetragen werden. Der Vertreter der Burschenschaft Vandalia zeigte, daß auch eine couleurtragende Verbindung, wenn sie sich in bewußten Gegensatz zu den Unarten der Couleurstudenten stellt, Kulturarbeiten leisten kann. Ferner kamen noch zu Wort: das Landschulheim am Solling,, das sich eine Schwesterschule von Wickersdorf nannte, der Österreichische, der Schweizer Wandervogel etc. Hierauf wurde eine Beratung über gemeinsame Arbeit in engerem Kreise beschlossen. Ein Jugendlicher, der vorher noch die Judenfrage aufrollen wollte, wurde zur Ruhe verwiesen. In der Besprechung der „gemeinsamen Arbeit" wurde von den einzelnen Verbänden vielfach dasselbe wiederholt und die meisten meinten, eine Einigung wäre nur auf dem Boden der eigenen Bestrebung möglich. Dr. Popert und Kapitänleutnant Paasche traten am schärfsten hervor und sprachen am agitatorischsten von ihrer Idee der Rassenhygiene. Es brenne im Deutschen Reiche; die Jugend sei zur Feuerwehr berufen. Die allgemeine Stimmung war der eines Rausches ziemlich nahe. Schließlich hob ein Redner hervor, die Lage sei soweit geklärt, daß sich die verschiedenen Verbände zu einem Freideutschen Jugendbunde zusammenschließen könnten. Das Enigende sei die 194