Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 188 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur .Musikgeschichte leistet das schon in Nr. 5 empfohlene Bucli von A. H a 1 m, Von zwei Kulturen der Musik (München, Georg Müller) ähnliche Dienste, aber in noch weit größerem Maße: tiefer eindringend und neu schaffend. (Das Buch legt eine Vergleichung der Musik Bachs und Beethovens seinen Untersuchungen zugrunde.) , Zur Literaturgeschichte: Friedrich Gundolf, Shakespeare und der deutseihe Geist (Berlin, Georg ßondi). An ihrer Stellung zu Shakespeare lernt man die Zeiten und Männer verstehen, vom Rationalismus his zur Romantik. Soziologie: Viele Schüler werden gar nicht wissen, was das ist; aus dem Plan des Werkes, das wir hier dringend e mpfehlen, wird es sdhon klarer werden. Es heißt: Müiller-Lyer, Die Entwicklungsstufen der Menschheit. Es soll behandeln die Entwicklung der Wirtschaft, der Ehe und Familie (Liebe, Erziehung, Erbfolge, Stellung der Frau, Zuchtwahl usw.), des Staates, des Verstandes (Spradie, Wissenschlaft, Philosophie, Religion), der Moral, des Rechtes und der Kunst. Hiervon sind bisher (im Verlag von J. F. Lehmann in München) erschienen (und einzeln käuflich): Band I: „Der Sinn des Lebens und die Wissenschaft. Grundlinien! -einer Volksphilosophie", geb. 5 M. Band II: „Phasen der Kultur" (WirtediaftsgesdiiChte), geb. 8 M. Band III: „Formen der Ehe",;geb. 2,60 M. Band IV: „Die Familie", geb. 6 M. (Band V: „Phasen der Liebe", im Verlag von A. Langen, München, erscheint in Kürze.) Mülter-Lyer wendet die „phaseofogisChe" Methode an, d. h. er verfolgt die einzelnen KuÜturzweige durch alte Entwicklungsstufen hin- Üurdt, er schireibt also nicht die Geschichte der Völker, sondern der Kultur; und er sucht aus dem Verlauf der Entwicklung die Richtlinien des Fortschrittes zu bestimmen. Seine Darstellung ist außerordentlich fesselnd, ganz frei von Trockenheit und Pedanterie, voll von konkreten Beispielen, und überdies auf jeder Seite ein Zeugnis von der menschlich-liebenswürdigen Persönlichkeit des Verfassers, der hier zum ersten Male einen Gesamtuberblick über die Entwicklung der menschlichen Kultur zu geben versucht. Diese Bücher werden es dem Schüler ermöglichen, einen Standpunkt der Betrachtung der menschlichen Entwicklung über denn üblichen Geschichtsunterricht einzunehmen. Dr. G. Wyneken. 188