Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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verdankt seine Entstehung (dem Willen des Einzelnen, in unmittelbare Berührung mit dem Wesen des Geistes zu kommen und bedeutet danach eine Steigerung geistigen Lebens und geistiger Ausdrucksraöglichkeit. Sobald der Individualistin!* mehr sein woll'te *ik Mittel zum Zweck (das geistige Gewissen des lin/elnen m schürfen), sobald er als Selbstzweck aufgefaßt werden sollte, „ist er Irrtum und Entartung". Auf diesen Irrtum stützt sich der moderne Persönlichkeits-Kutt, der von einer angeblich modernen Pädagogik unterstützt wird. Ihr Stimulant ist die altmodische Einseitigkeit der Schule, die aus Gewohnheit behauptet, eine feststehende, unabänderliche, souveräne Bildung zu vermitteln. Diese Schule ist von der gegenwärtigen Wirtschaftsgesellschaft zwiar annektiert, doch entspricht ihre positive Vermittelimgsarbeit keineswegs den praktischen Anforderungen der Auftraggeberin. Da das Abgangszeugnis der Schule trotzdem in etrster Linie die Bedeutung eines wirtschaftlichen Monopols hat, leidet sie an innerem Widerspruch. Um diesen Widerspruch zu beseitigen, wird von der liürgerlich liberalen Pädagogik j« ikr Anspruch iauf absolute Bildung fallen gelassen und der Aberglauben der Persönlichkeits-Erziehung aufgenommen. „Diesen sentimentalen Kultus der individuellen Persönlichkeit zu iifoerwinden, ist die Aufgabe jeder wahrhaft modernen Pädagogik." Zu diesem Zweck müssen sich die Jugend und ihre Führer zusammenfinden. Das ist das gefährliche, das menschheitsfeindfiehe des Individualismus, daß er gegen die Zukunft sündigt; daH er jeden Vorstoß für die Entwickelung dies Geistes und seine Suprematie auf Erden unmöglich macht. Das durchgeführte, allgemeine Persönlichkeitsideal einer Generation bedeutet für sie, sich allem Bestehenden bis auf den letzten Tropfen ihres Blutes zu verschreiben und auf den geringsten Schritt nach vorwärts von vornherein zu verzichten. Doch für diese Gefahr hat die Jugend ein Organ. Sie hat den Instinkt dafür, daß sk einzeln, in ihrem Willen getrennt und isoliert dastehend, aufgerieben wird. Sie erkennt, daß in dem Hexenkreis des Individualismus ihre idealsten Triebe verkrüppelt und entstellt werden und der Zukunftsfunke in ihrem Herzen erlischt Sie erkennt, (daß ihr Wille zur Entfaltung sich nur erfüllen kann, wenn sie sich in einein Heerbann zusammenschließt. Diese Perspektiven 186