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Der Anfang · 1913-10-01 · Heft 6 (Oktober 1913) · p. Seite 177

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 6 (Oktober 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 177 (sequence 17)
Language
German
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Dinge verloren. Allein immer können wir uns aus der unfruchtbaren Zerspreitung zurücknehmen zu einer Einheit, die alles Großen schwanger ist. Es gilt nur auf die Dinge zu verzichten, die uns fremd sind. Denn ein geheimnisvoller Strom geht von unserer Seele zu gewissen Dingen un'd madht sie uns verwandt, ja zu Teilen unseres Selbst. Viele aber stammen aus anderen Ländern, sie reden in Sprachen, die wir nicht verstehen, und nie ist es uns möglich, zu ihnen ein Verhältnis zu gewinnen. Nur falsche Begriffe von allgemeiner Bildung haben uns zu feig gemacht, einzugestehen, daß uns eine Landschaft oder ein Kunstwerk nichts sagen. Aber wenn uns Toren auch verspotten, tun wir doch einmal das Ferne ab und ergreifen das Nahe! Nicht in dem platten Sinn von dem Guten, das so nähe liegt, sondern vom innerlich Nahen, ob es nun eind Bank vor den Toren der Heimatstadt oder die Akropolis, ob es Bergson oder Lao Tse, der Olympische Frühling oder das Ramajana ist. Das ist für midi der Gewinn aus diesen Tagen: Ich hab* den Mut gefunden an Bauwerken und Naturschönheiten, von denen k!h weiß, daß sie mir nitfits geben können, vorüberzugehen, wenn man sie auch unbedingt gesehen haben muß. Und ich werde, sobald ich selbständig bin, nie meinem Instinkt mißtrauen, wenn er miefh warnt, eine Reise — und sei's auch in das vielberühmteste Land — zu unternehmen. Denn wir können durch Eindrücke, die unser Inneres nicht rühren, niemals bereichert werden. Wohl aber können sie uns hindern, unser Leben so einfach zu gestalten, wie wir sollten und wie wir es vermögen. SimpliFier la vie. In diese drei Worte hat der Erste unter den heutigen Philosophen alles Streben und Sehnen unserer Zeit, wie vielfach und verworren es sich auch äußern mag, zusammengepreßt. Schon vor zweieinhalb Jahrtausenden hat es <ler fiefste chinesische Denker verkündet und der Größte unter den Lebenden, Spitteier, hat es uns gesagt. Denen wollen wir doch mehr glauben, als den Schulmeistern mit ihrem Gerede von Vielseitigkeit. Aber man vereinfacht das Leben nicht, indem man sich Wasserfälle und Kirchtürme ins Hirn stopft. 177

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