Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 176 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186112--287-3186330- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hierdurch wächst unser Verantwortlichkeitsgefühl. Wir geben nicht jeder Laune nach, wir nehmen keine Rücksicht auf die eigene Bequemlichkeit, wenn es sich' um das Wohl der Gemeinschaft handelt Man hat uns nicht mit vielen Worten, die zum einen Ohr herein und zum andern wieder hinaus gingen, erklärt, daß der Mensch Pflichten gegen die Allgemeinheit habe, sondern wir haben diese Pflichten erlebt. Und dies Erlebnis können wir nie wieder vergessen; wir werden uns stets unserer Pflichten bewußt bleiben. Am stärksten ist das Erlebnis einer ernsten Zusammenarbeit in der Versammlung der Sdiulgemeinde. Als ich als Quartaner zum eisten Mal einer solchen „Schulgeraieinde" beiwohnte, wurde mir plötzlich das erhabene Bild zur Wirklichkeit, das mir vorschwebte, wenn idh von der athenischen Volksversammlung unter Perikles träumte. Später sah ich wohl ein, daß sich die Schulgemeinde nicht mit einem demokratischen Staatswesen vergleichen läßt, aber der Glänz, mit dem meine Einbildungskraft die athenische Volksversammlung umgeben hatte, war auf die Sdiulgemeinde übergegangen. Er wild für mich wohl stets mit ihr verknüpft bleiben. Reisen Von Oha, Unterprimaner in München. Gravosa, Mitte August. Idi war letzten Sommer in Griechenland. Diese Tage gehören trotz aller Anstrengungeil zu den schönsten und nachhaltigsten meines Lebens. Heuer bin ich! in Dalmatien. Nicht freiwillig, sondern weit ich die Ferien mit meinen Eltern verbringen muß. Anfangs besichtigte ich fluchend die römischen Ruinen und die Dome. Nun Aber schere ich mich den Kuckuck um den Rektorenpalast und die Kirchen in Ragusa, sondern liege den ganzen Tag auf Lapad und lasse mich von der Sonne durchglühen oder schwimme ins blaue Meer hinaus. Und wenn -mich die fast tierische Dumpfheit für Augenblicke Tosläßt, so denke ich nach, woher wohl jener Unterschied zwischen der vorjährigen und der jetzigen Reise kommen mag) Die äußere Welt umgibt uns in verwirrender Mannigfaltigkeit. Wenn unser 'Bewußtsein erwacht, haben wir uns schon an die 176