Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 171 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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lieh vielleicht kann sie dem Strebenden sein, aber kaum wird sie ihn verzweifeln lassen. Jedenfalls niemals wird er dumpfig resignieren und. vom Rhythmus des Philisters sich einschläfern lassen. Denn der — das habt ihr bemerkt bejubelt nur jede neue Sinnlosigkeit. Er behielt ja recht. Er vergewissert sich: es gibt wirklich keinen Geist Niemand aber verlangt strammere Unterwürfigkeit, strengere „Ehrfurcht" vor dem „Geist" als er. Denn würde er Kritik üben — so müßte er ja mitschlaffen. Das kann er nicht. Auch die Erfahrung des Geistes noch, die er widerwillig macht, wird ihm geistlos. „Sagen Sie ihm „Daß er für die Träume seiner Jugend „Soll Achtung haben, wenn er Mann sein wird." Nichts haßt der Philister mehr als die „Träume seiner Jugend". (Und Sentimentalität ist meist die Schutzfärbung dieses Hasses). Denn was in diesen Träumen ihm erschien, war die Stimme de» Geistes, die auch ihn einmal rief, wie jeden Menschen. Deäsen ist die Jugend ihm die ewig mahnende Erinnerung. Darum: bekämpft er sie. Er erzählt ihr von jener grauen, ubermächtigen Erfahrung und lehrt den Jüngling über sich selber läChefln. Zumal da „Erleben" ohne Geist bequem ist, wenn auch heiltos. Nochmals: eine andere Erfahrung kennen wir. Sie kann geistfeindlich sein und viele Blütenträume vernichten. Dennoch ist sie das Schönste, Unberührbtarste, Unmitteilbiarste, denn nie kann sie geistlos sein, wenn wir jung bleiben. Man erlebt immer nur sieht selber, so sagt Zaratbustra am Ende seiner Wanderung. Der Philister macht seine „Erfahrung", es ist die ewig Eine der Qeistfosigkeit Der Jüngling wird den Geist erleben, und je weniger er Großes mühelos erreichen wird, desto mehr wird er überall auf setner Wanderung und in allen Menschen den Geist finden. — Der Jüngling wird gütig sein als Mann. Der Philister ist intolerant. m