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Der Anfang · 1913-10-01 · Heft 6 (Oktober 1913) · p. Seite 170

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 6 (Oktober 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 170 (sequence 10)
Language
German
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die große „Erfahrung", Jahre der Kompromisse, Ideenarmut und Schwunglosigkeit. So ist dias Leben. Das sa&en uns die Erwachsenen, das erfuhren sie. ja! Qajs erfuhren sie, dieses Eine, niemals Anderes: die Sinnlosigkeit des Lebens. Die Brutalität. Haben sie uns je schon zum Großen ermutigt, zum Neuen, Zukünftigen? O nein, denn das kann man ja nicht erfahren. Aller Sinn, das Wahre, Gute, Schöne ist in sich selbst gegründet; was soll uns da die Erfahrung? — Und Wer liegt das Geheimnis: weil er niemals zum Großen und Sinnvollen emporblickt, darum wurde die Erfährung zum Evangelium des Philisters. Sie wird ihm die Botschlaft von der Gewöhnlichkeit des Lebens. Aber er begriff nie, daß es etwas Anderes ^ibt als Erfahrung, daß es Werte gibt — unerfahibare —, denen wir dienen. Warum also ist für den Philister das Leben trost- und sinnlos? Wjeßl er nur die Erfahrung kennt, nichts weiter. Weil er also selbst trostvertassen und geisttos ist. Und weil er zu nichts ein so innerliches Verhältnis hlat, als zuim Gemeinen, zum Ewig-Gestrigen. Wir kennen aber Andres, was keine Erfahrung uns gibt oder nimmt: daß es Wahrheit gibt, auch wenn alles bisher Gedachte Irrtum war. Oder: dlaß Treue gehalten werden soll, auch wenn bisher niemand sie hielt. Solchen Willen kann uns Erfahrung nicht nehmen. Dennoch — in Einem sollten die Aeltern Recht behalten mit ihren müden Gesten und ihrer überlegenen Hoffnungslosigkeit? Wias wir erfahren, das wird traurig sein und nur im Unerfahrbiaren weiden wir Mut und Sinn gründen können? Daun wäre der Geist frei. Aber stets und stets würde das Leben ihn niederziehen; denn das Leben, die Summe der Erfahrungen, wäre trostlos. Solche Fragen verstehen wir nun aber nicht mehr. Führen wir denn noch das Leben dferer, die den Geist nicht kennen? Deren träges Ich vom Leben geworfen wird wie von Wellen an Klippen? Nein. Jede unserer Erfahrungen hat ja nun Inhalt. Wir selber aus unsenrt Geiste werden ihr Inhalt geben. — Der Gedankenlose beruhigt sich beim Irrtum. „Du wirst die Wahrheit nie finden", ruft er den» Forscher zu, „ich hab's erlebt." Für den Forscher aber ist der Irrtum nur eine neue Hilfe zur Wahrheit (Spinoza). Sinnlos» und geistverlassen ist die Erfahrung nur für den Geistlosen. Schmerz- 170

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