Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Ziel Von Hermann, München Der Bonner Kamerad meint (in Heft 4), das greifbarste Ziel, auf das der „Anfang" losgehe, scheine zu sein: Verbesserung der Schule. Nur sehe er nicht recht den Weg, auf dem man dahin kommen wolle* Hierauf wird ihm erwidert, das Ziel sei dadurch zu erreichen, daß man inieriiiiwllirli dir linmchnidv Ocistlosigkctt mddedte und ihre Unvereinbarkeit mit allen pädagogischen, ethischen und kulturellen Ideen nachweise usw. — Ic!h gestehe: diese Ansicht halte ich für naiv. Die herrschende Geistlosigkeit braucht man nicht erst aufzudecken und ihre Unvereinbarkeit mit den Gedanken der Zeit braucht man nicht erst nachzuweisen, das alles ist schon so oft und so gründlich geschehen, daß unsere Schule jede Diaseinsberechtigung im 20. Jahrhundert verloren hat. Was sich auf dem Weg der Schulkritik erreichen läßt, ist höchstens, daß in diesem oder jenem Fall der gegeißelte Mißstand beseitigt wird. Aber idi glaube auch das nicht Denn die Sdiulbehörde wird sich nicht um das kümmern, was im „Anfang" steht Sie kümmert sich ja nicht einmal um das, was die neuzeitliche Erziehungswissenschaft ihr vorwirft. Also der vorgeschlagene Weg dürfte nicht zum Ziele führen. Aber nicht nur der Weg ist der unrichtige, auch das angegebene Ziel ist falsch. Selbst wenn die Sdiüler eine Verbesserung der Schule bewirken könnten, was wäre damit erreicht? Die Einführung irgendwelcher Reformen und Reförmchen. An einem morschen Gebäude wären einige zerfallene Steine durch jneue ersetzt iwonden.— Aber darum ist es uns wahrlich nicht m tun. Wir sind doch keine Schulreform er. Derartige Ausbesserungsarbeiten können wir ruhig den Leuten vom Bau, den Wirklichen Geheimen Ober- und Unterregierungsräten überlassen. Sondern w i r wollen die Schulrevolution. Wir wollen die Schute abschaffen, das heißt: sie von Grund aus so umgestalten, daß sie etwas ganz anderes, neuartiges darstellt, nämlid* einen Sammelplatz: der Jugend. Wir wollen nicht Schülerselbstverwaltung und ähnlichen Unfug, sondern eine neue Art gemeinschaftlichen Lettens der Jugend, eine Wiedergeburt der Schule ans dem Geist dfcr Jugend;wir wollen eine Freistatte jitgendlidien Voll-Lebens, seine Erziehung zur Persönlichkeit durch den schöpferischen Geist der Freiheit und Ordnung, Das erstreben wir. 172