Mannheim
Compact Memory

Der Anfang · 1913-09-01 · Heft 5 (September 1913) · p. Seite 154

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 5 (September 1913)
Date
1913-09-01
Page
Seite 154 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2709933-3186105-3186111--264-3186306
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Perlen nicht vor die Säue werfen. Aber ich glaube, die Sau würde auch den Rheinsalm fressen. Wie, hat's geklingelt?" „Ja." „Also, dann nehmt Ihr bis zum nächsten Mal diesen Paragraphen durch. Wir wollen beten!......Amen. Ich hab es Euch ja» schon immer gesagt: Religion kann nicht gelernt werden, sie muß gelebt werden." Die Wiedereroberung der Musik für die Jugend A. Halm: Von zwei Kulturen der Musik Wem es bis heute darum zu tun war, sich allgemeine Kenntnisse in der Musik zu verschaffen, wer also neben dem Besuch von Konzert und Oper, neben dem Studium der Klavier- oder Geigenliteratur etwas über das Wesen und Werden der "Musik (nicht als Kunstübung, sondern als Kunst) wissen wollte, der setzte sich eben hinter irgendeine Harmonielehre oder nahm sich eine mehr oder weniger dickleibige Musikgesehiehte vor. Was kam aber dii>ei| heraus? Ich bekenne durch das Studium der Harmonielehre wohl Einiges über technische Kunstgriffe, Weniges aber über das Wesen, aus allen Musikgeschichten eine Masse Biographisches, soviel wie nichts jedoch über das Werden der Musik erfahren zu haben: nun wußte ich erst nicht, ob eine Melodie gut oder schlecht war, ob die oder die Fuge ein Kunstwerk oder ein ausgetüfteltes Machwerk, ob dieses Stück eigentlich eine Sonate war oder nicht. Mit einem Wort: ich hatte keine Maßstäbe bekommen, ich hatte nicht urteilen gelernt. Um über dieses beschämende, bittere Gefühl wegzukommen, mußlte mir dieser Trost einfallen: Wozu brauchen wir eigentlich urteilen zu können? Ist denn nicht alle wahrhaft gute und edle (Musik schon geschrieben? Wußte ich nicht aus meiner Musikgeschichte, daß nach Beethoven eigentlich nichts Besseres mehr kommen konnte? Hatte nicht Wagner selbst gesagt, Beethoven habe das Rleich der absoluten Musik bis an seine äußersten Oren/en durchschifft? Zwar mußte ein gewisser Bruckner doch schon ganz nette Sachen geschrieben haben, daß ihn Brahms als den besten 154

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.