Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (September 1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 148 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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„Verehrung" — „Ehrfurcht" Zugleich eine Antwort aiuf Loge, B. stud. jur. und viele andere. Man wirft uns vor, daß wir ungerecht sind, weil wir „auf die Oberlehrer schimpfen"; weil wir einzelne schlechte Erfahrungen verallgemeinern, weil wir subjektiven Haß objektiv berichtigen wollen. Und wenn wir die Oberlehrer „lobten"? Wenn wir einzelne gute Erfahrungen verallgemeinerten, subjektive Verehrung objektiv berichtigen wollten? Es wäre bequemer; aber gerechter? Vorerst: man zeige mir eine Stelle im „Anfang", wo auf Lehrer „geschimpft" wird, wo ein Oberlehrer beleidigt wird, aber man verwechsle nicht Respekt- und Disziplinarwidrigkeit mit Beleidigung. (Ich empfinde die Versuche beleidigend, nachzuweisen, daß die Professoren doch immerhin .... und bin dagegen, daß sie aufgenommen werden.) Man zeigt immer und immer wieder auf den Klassenspiegel. „Das ist empörend!" Man antworte ganz kurz: Was ist empörend, daß diese Aussprüche genau so von Männern getan wurden, die verlangen als Führer der Jugend gewertet zu werden, oder ist empörend, daß wir sie wiedergeben? Wir haben nie gesagt, daß diese Aussprüche von allen Professoren kommen; wir haben nicht einmal gesagt, daß sie typisch sind. Wir zeichnen sie auf als Tatsachen. Wenn das respektlos ist, warum fragt man nie nach dem Respekt vor der Jugend und wagt es, ihr solches zu bieten? (Ehe man uns hier falsch interpretiert, mache man sich klar, daß J ugend ein Abstraktum ist!) Wir haben kein Mittel, diese Respektlosigkeiten zu verhindern, wir werden fortfahren, sie zu registrieren. Jenen, die gegten den Klassenspiegel an sieh nichts einzuwenden hätten, wenn nur die „Witze besser wären! man kann kaum lachen über sie," denen sei der Versuch empfohlen, über diese Witze einmal nidht lachen zu wollen; im übrigen verweisen wir sie auf das Verzeichnis des Dürerbundes: Leichte, heitere Lektüre für Erholungsbedürftige; (erscheint demnächst bei CaUwey, München, ca. 10 Pf.). Und nun: Haß, Empörung, Verachtung sind subjektiv, d. h. die Ursachen dieser Gefühle liegen zum großen Teile, vielleicht zum* größten, im Subjekt und nicht im Objekt. Für unseren Fall, im Schüler nicht im Lehrer. Ist man verblendet genug, den Gefühlen Liebe, Verehrung, Achtung einen anderen Ursprung zuzuschreiben? 148