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Der Anfang · 1913-09-01 · Heft 5 (September 1913) · p. Seite 144

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 5 (September 1913)
Date
1913-09-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
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Und wieder rufen wir: „Was hat unsere Romantik mit der Falschheit der Schule zu tun? Wie kann philologisches Wortgeklingel unsere reinen Feuer trüben? Nein! Schwächlinge wären wir, und unwürdig unserer selbst, wenn wir uns unser Größtes, Heiligstes von dieser Schule, die wir alle verachten, nehmen ließen. Mag sie Goethe und Schiller für uns auf lange Zeit ungenießbar machen. Uns bleibt noch so vieles! So kommt denn Ardor zu dem Schluß, daß unserer Jugend Wirklichkeit und Romnatik dasselbe bedeuten sollte. Und er ahnt wohl gar nidit, daß alle Romantik dann ein Ende haben würde. Romantik ist alles Dunkle, Geheimnisvolle, das wir nicht sehen, das wir nur ahnen. Es sind Klänge aus dunklen Geisterreicihen, die uns erbeben machen und uns mit heiligem Schauer erfüllen. Es ist alles das, was wir mit Worten nie erschöpfen, ja nicht einmal nennen können. Und zum letztenmal rufen wir laut und voller Inbrunst: „Nie lassen wir uns unsere Romantik antasten von ungeweihten Händen, nie werden wir die Sehnsucht nach den fernen Reichen aufgeben." Und daß dies niemals geschehen kann, ist mein fester Glaube. Romantik — die Antwort des „Ungeweihten". Gegen eine Predigt zu argumentieren, ist mißlich. Demnach sei Folgendes zur Schärfung des Früheren gesagt: Wir wollen, daß endlich der Weltschmerz gegenständlich werde. Die Kunst soll kein Morphium gegen den Willen sein, der iu einer schmerzlichen Gegenwart leidet. Dafür steht uns die Kunst zu hodh (und Pubertät läßt sich nicht durch Lyrik schlichten). Der Oberlehrer zwar gesteht jene Romantik uns zu, der die Kunst ein Betäubungsmittel ist: mögen sie sich in eine harmlose und allgemeine Vergangenheit versenken (Schiller und Goethe, Hölderlin und Lenau, Rembrandt, Böcklin und Beethoven); ein Strom von Gefühlen soll sie entmannen. Aus dieser Sdiulromantik, die den Geist zum Gemißmittel verknechtet, sind wir erwacht. Hyperion mag vielen aus der Seele sprechen — aber es sind schlafende Seelen, Helden und Dichter sind ihnen eine Schar von überschönen Traumgestalten, an die sie sich klammern um nicht zu erwachen. Kein Schiller oder Hölderlin hilft uns. Keine Jugend hilft uns. die über ihren Lieblingsdichtern sitzt und die Schule Schule sein 144

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