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Der Anfang · 1913-09-01 · Heft 5 (September 1913) · p. Seite 143

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 5 (September 1913)
Date
1913-09-01
Page
Seite 143 (sequence 15)
Language
German
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Romantik — die Meinung eines anderen Hyperion, Berlin. Es liegt im Charakter des „Anfangs", daß in ihm viele Meinungen und Weltanschauungen vertreten werden, die auf lebhaften Widerspruch stoßen könnten - selbst von der Seite der Jugend. Und wenn irgendeiner einen starken Gegensatz zu dem, was gesagt ist, in sich fühlt so soll er seine Ueberzeugung, seinen Glauben nicht unterdrücken, sondern stark und frei in die Schranken treten, um seine Ansicht zu verfechten. Im zweiten Heft des „Anfangs" sprach Ardor über Romantik, d. h. darüber, wie er die Romantik von unserer Jugend aufgefaßt wissen wollte. Gegen die persönliche Ansicht des Verfassers wende ich mich nicht, die ist sein innerstes Recht, aber ich wende mich entschieden dagegen, daß die Jugend zu dieser Romantik als zu ihrem Ideal jemals iaufblicken soll. Und ich wende mich gegen sie mit dem sicherem Bewußtsein, vielen aus der Seele zu sprechen. Ardor fragt: „Haben wir die Romantik? Kennen wir sie? Glauben wir an sie? Und tausend Stimmen rufen ihm ein leidenschaftliches Nein entgegen. Ich aber und viele andere rufen mit der Kraft der Begeisterung: „Ja, wir besitzen sie, wir tragen s|ie in uns als heilijg'es Gut. Wir fühlen sie in den dunklen Lauten der Natur, in den geheimnisvollen Akkorden der BeethovensChen Musik. Und sie spricht zu uns mit hundert Stimmen aus den Worten der Dichter, die ihr heiliges Feuer im Herzen tragen. Aus den schmerzvollen Gedichten 'Hölderlins und Lenaus, aus den Dramen Shakespeares wie Wagners und wir sdiauen sie in den dunklen Bildern Rembrandts und den Gefilden Böcklins. Niemand wage, mit kühner Hand sie sich aus dem Herzen zu reißen. Das Größte, was in ihm lebt, ist dann vernichtet i Und weiter sagt Ardor: „Unsere Schule steckt voller falscher Romantik." Niemand wird das leugnen können. Aber aus dieser Tatsache zieht er den ganz falschen Schluß: „Die Romantik der Schule ist die, welche in der Jugend lebt", oder deutlicher: „weil die Romantik der Schule falsch ist, muß auch die der Jugend falsch sein." — 143

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