Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (September 1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 142 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Als aber tausend Jahre der Knechtschaft verflossen waren und abermals ein halbes Tausend, da taten sich etliche zusammen, die waren graden Nackens. Die weigerten sich zu 'tragen. Und an ihrer Spitze stand ein Starker, der hatte ein zweischneidig Schwert. Und der Starke rief der Seele, die in der Ferne weilte. Daß sie komme und in den Leichnam fahre und ihn erwecke. Und die Seele schwebte herbei. Als sie aber den sah, der sie gerufen hatte, erschauderte sie. Denn sie erkannte ihren Mörder. Er hatte andere Gestalt und Namen. Aber an dem Seihwerte rauchte Blut. Und die Seele roch, daß es ihr eigenes war. Da floh sie hin, woher sie gekommen. Und die Männer blickten ihr nach. Der Starke aber barg sein Schwert in seinem Gewand, trat zu denen, die trugen, und bot ihnen die Hand. Dann kamen sie alle und trugen wie die aVidern. Auf dem Schwert aber stand: Forsche nicht, glaube nur! * * * Und der Leichnam lag auf den Hälsen der Menschen, viermal hundert Jahre lang. Zu der Zeit taten sich abermals etliche abseits. Die waren auch gottlos. Denn sie wollten ihren Nacken nicht beugen. Und sie schmiedeten sich Schwerter und übten ihre Kraft. Es waren aber helläugige Knaben und blonde Jungfrauen. Als nun die Krummgewachsenen des Treibens gewahr wurden, begannen sie zu kreischen und zu schelten. Und fielen über sie her. Die Schai* aber wehrte sich gut. Und ihre Schwerter sangen und ihre Kehlen sangen: Wir wollen Krieger sein im Heere des Lichts! In weiter Ferne aber hörte die Seele den Gesang und das Klirren der Schwerter. Und sie erschauerte. Und wußte nicht, wie ihr geschah. Und schwebte herbei. Die Kämpfer aber sahen sie nicht. Da schlüpfte sie leise in den Leichnam, hob sich und schwebte. Und siehe, — die Verwachsenen fielen um, wie Bleisoldaten. Denn sie konnten ohne ihre Last nicht stehen. Und Finsternis und Knechtschaft waren nicht mehr. Denn von den Schwertern der Lichtkrieger strahlte Helligkeit und aus ihren Augen blitzte die Freiheit. Und über ihnen schwebte dler Geist, der auferständeue. 142