Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (September 1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 140 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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dem nur ein Wiedersuchen des abgeirrten Weges; denn wir haben dieses Glück auf Erden schon einmal besessen. Man möge sich an die naive Keuschheit des Mittelalters erinnern, da man bei dem gröbsten Unwissen an weltlichem Geschehen der Natur tausendmal näher stand als heute, da illustrierte Bücher ohne Anstand gelesen wurden, die wegen ihrer Illustrationen heute als unsittlich einfach verboten würden. Heute ist es eben ein wenig anders, und Wedekind erschwert man es auf Schritt und Tritt, sein Evangelium der Nacktheit und Wahrheit, der „ewigen Gesetzmäßigkeit" und Keuschheit mit kaum dagewesener Ueberzeugungstreue zu verkünden. Warum? Weil man aus einem instinktiven Schuldbewußtsein heraus die Begriffe von Moral und Unmoral zu verdrehen und auf den Kopf zu stellen gelernt hat. Aber darüber möge die nächste Generation rechten! -— Siegfriedmoral Als Geleit zu einer Abiturienten-„Bierzeitung". Da nun der Scherge deinem Blick entschwand, Wie? Wolltest du die Schmerzen überschlafen? Weist träge nun dein Kompaß schon zum Hafen, Sinkt kampfentwöhnt und müde deine Hand? Halt wacker auch in deinem Zorne stand, Verzeihung laß den Pfaffen und den Sklaven! Wo sie dein Innres bis ins Tiefste trafen, Da lodre flammend deines Hasses Brand! Moral von Siegfried will ich euch verkünden. Der einst hinaus in Jungen Morgen zog. Um Heldentat und Waffenruhm zu finden, Und üen der stümperhafte Zwerg betrog Da ward die Kraft im eignen Arm ihm kund: Schlug Zwerg und Amboß donnernd in den Grund. i*a y e r, Jena. 140