Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (September 1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wirken sich der Weltgeist offenbaren will, ein Gefäß, in dem der Geist des Wahren, Guten und Schönen aufblühen soll. Indem er so seinem ganzen Dasein die Richtung zum Guten gibt, wird er nicht seine Kraft in unfruchtbarem Selbstbemoralisieren zersplittern, wird nicht in der Eitelkeit der Selbstbespiegelung stecken bleiben. Und so wird er ohne ein Individualist zu sein gewil> eine Persönlichkeit werden; denn die 1 »ersönlirlikcit, die etwas bedeutet, ergibt sich ja erst aus dem Unterordnen des Nichts-ais-persönlichen unter ein außerhalb der Persönlichkeit liegendes Gesetz. Wichtiger als seine Persönlichkeit wird dem jungen Menschen jedenfalls seine Gattung, sein Typ, sein. Die Werte der Jugend sind ja vor allem Zus tandswerte, sie lassen sich nicht aus dem einzelnen, lassen sich nur aus der Gattung erklären. Also wird es das Bestreben des erwachenden jungen Menscheiu sein, das Neue, das in seiner Brust auftaucht, als ein gemeinsames zu begreife«, das er mit seiner Gattung, der J ugend, teilt. WüiHe er sich ganz allein, er könnte ja die ihm aufgeladene Bürde der Probleme, den Zweifel an der Menschheit nicht ertragen; Trost und Sporn wird ihm sein, daß diese Bürde von einer ganzen Generation getragen wird. Aus diesem Bewußtsein heraus wird es dem jungen Menschen überhaupt erst möglich sein, seine Jugend als Wert anstatt als krankhaften, unfertigen Zustand zu empfinden; was am einzelnen Unausgegiidieriheit, Hypochondrie, innerer Defekt wäre, wird an der Gesamtheit zur Notwehr einer gesunden Natur gegen falsche Behandlung, zum Regenerationsprozeß. Die gemeinsame Not, der gemeinsame Wille und das gemeinsame Ziel schaffen erst die so unendlich wertvolle Gemeinschaft der Jugend. Vorbei ist die Zeit, da die jugendliche Romantik eine Emanzipation — und Krankheit — des einzelnen bedeutete; wir erleben und schaffen — die Romantik einer Generation, ein historisches Ereignis. Aber: es soll nicht genügen, daß man Schritte tue, die einst zum Ziel fähren, sondern jeder Schritt soll Ziel sein und als Ziel gelten (Goethe.) Die Schritte, die auf ihrem hohen und freien Wege die Jugend zur Kultur hin tut, geben ihr selbst die Freude am eigenen, jugendlichen Schreiten, und erwachend erkennt sie die Fülle, Reinheit und Intensität ihrer Sinnlichkeit. Erkennt sie — in der Theorie, 136