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Der Anfang · 1913-09-01 · Heft 5 (September 1913) · p. Seite 135

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 5 (September 1913)
Date
1913-09-01
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
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das Leben bestimmen. Sie fühlt sich verantwortlich gegenüber der Welt. Die Welt ist ihr immer „aus den Fugen", aber nicht „Schmach und Gram", nein, „Mut und Lust, daß ich sie einzurenken kam", sagt der junge Mensch. Idealismus beißt die treibende Kraft der Jugend; sie ist ihrer ganzen Natur nach prädestiniert dazu. Alle Kraft, Vitalität, natürliche Energie der Jugend wird in den Willen zum Idealismus münden; aller übrige Inhalt des Daseins wird sich relativ zu diesem Absoluten verhalten. Das Handeln als ein Komplex genommen —- ist jedocli nicht die natürliche Betätigung des jugendlichen Idealismus; zum Mandeln gehört Erfahrung, innere Reife, ein gewisses Fertigsein, Spezialisierung auf ein Gebiet — alles Dinge, die der Jugend abgehen. Darum ist kontinuierliches Handeln ihr nicht wesentlich; zwar vermag sie im einzelnen, — dann oft großartigen — spontanen Taten ihre Erregung zu ballen —, aber das bedeutet nicht den Zustand des Handelns. Der jugendliche Idealismus betätigt sich vielmehr normativ, Richtungen und Ziele schaffend, und kritisch, das diesen Zielen nicht entsprechende verwerfend und angreifend. „Der Geist frühreifer, absprechender Kritik" aber, wie ihn eine Schulbehörde einmal gegenüber einem wirklichen Führer und Erzieher der Jugend genannt hat, zu ihm bekennt sich die Jugend ohne viel Umstände, denn er ist höchst positiv; nur wer den höchsten Maßstab, die Richtung für die Zukunft in der Hand hat, vermag ja „absprechende" Kritik zu (üben. Die ganze Kultur aber auf unbedingte Maßstäbe hin zu durchfühlen, zu durchdenken, zu durchleben, — ohne die geringste Voreingenommenheit durch Zwecke — wer außer der Jugend ist dieser Aufgabe gewachsen? Ein Gebiet freilich gibt es, wo der Idealismus der Jugend im Handeln sich betätigen kann und muß: das ist die Gestaltung ihres eigenen Lebens. Das ist doppelt zu verstehen: Gestaltung des Lebens des Einzelnen und des jugendlichen Lebens überhaupt, das sich als solches nur in der jugendlichen Gemeinschaft verwirklichen läßt. — Zunächst wird es dem jungen Menschen Bedürfnis sein, sein eigenes Leben an den ihm heiligen Werten zu orientieren; sein eigenes Ich wird ihm das primäre Symbol werden für seinen Idealismus. Nicht länger wird er ein gleichgültiges Wesen sein, mit dem das Schicksal spielt, sondern ein solches, an dessen 135

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