Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (September 1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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So also stellt sich der junge Mensch metaphysisch dar; wie sieht er in der Realität aus? Der Schüler kommt als jugendlicher Typ nur bedingt in Frage, denn seine Art ist entstellt durch den Zustand ewiger Notwehr, in dem er sich gegenüber der Schule befindet. Will man einen reinen Typus des jungen Menschen darstellen, so wird man ihn in der Wirklichkeit wohl noch nicht finden, sondern ihn sich konstruieren müssen, indem: man sich die zahllosen Hemmungen von der jungen Generation wegdenkt. Niemand freilich ist in ähnlich günstiger Lage, diesen Typus in sich herzustellen, als der Student, der, von materiellen Sorgen noch unbeschwert, von seiner Umgebung angesehen wird als ein sich auf den künftigen Erwerbsberuf Vorbereitender. Allein diese Vorbereitung nimmt ihn innerlich kaum in Anspruch, und es bleibt ihm ein verhältnismäßig großer Raum zu freier geistiger Betätigung. Genutzt freilich wird diese Freiheit von einer verhältnismäßig nur kleinen Minderheit der Jugend, die man nun allerdings, wenn nicht numerisch, so doch ideell als den Grundtypus der Jugend anzusehen hat. |Das sind diejenigen, die sich von den Milieu* hemmungen ihres Zeitalters am meisten freigemacht haben; sie stellen die reinste Konzentration der Jugend dar, sie leben das „reinste" Jugenddasein uns vor. In diesem Jugenddasein spielen die Werte die wichtigste Rolle. Die erste Berührung des Menschen mit den Werten ist ein unnatürliches, ein gewaltsames Ereignis, die Periode allerschwerster innerer Konflikte; es ist die Zeit, von der ich vorhin als <fer des religiösen Grunderlebnisses sprach, wo das Reich der Kindheit und der Natur, der Instinkte und Triebe verlassen werden muß und der Mensch in das übernatürliche Reich der Kultur eintritt. Wenigstens siegen beim „normalen" Menschen, der weder ein Wilder noch ein Verbrecher ist, in diesem Kämpf die Werte, die Kultur. Nunmehr ist der Sprung vom Nichts zum Etwas getan, die Brücke vom Chaos zur Ordnung der Dinge ist geschlagen. Aber noch hat der junge Mensch in dem neugewonnenen Reiche der Kultur nichts als den Boden, das l^inzipielle; die ganze Fülle der Anschauung bleibt ihm zu erwerben. Der Maßstab jedoch ist da, der Zauberstab, der dlas Chaos ordnet; die erkannten und anerkannten Werte. Und hier setzt die weltgeschichtliche Arbeit der 133