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Der Anfang · 1913-08-01 · Heft 4 (August 1913) · p. Seite 116

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 4 (August 1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 116 (sequence 20)
Language
German
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3. Kl.: „Der Frühling ist ein starker Held." Das Wandern und der Frühling. Themen, meint man vielleicht, die einem 13—14 jährigen Kinde naheliegen. Doch steht es, glaube ich, so: Was ein junger Mensch wirklich vom Wandern und dem Frühling erfahren hat, spricht er nicht aus. Erstens weif er nicht kann — und dann, weil das, was er wirklich erlebt hat, was sich ihm mit den Begriffen von Wandern und Frühling verbindet, — wenn er ehrlich ist — ihm viel zu gewöhnlich und viel zu wenig „schön" für einen deutschen Aufsatz scheint. Was hat er erlebt? Einen schönen Ausflug in die Berge etwa, bei dem die genagelten Schuhe, der selbstgetragene Rucksack und die Butterbrote und die Hitze und das Sprechen mit Eltern und Freunden, die Bahnfahrt, die Leute, mindestens eben so viel ausmachten, wie die Natureindrücke selbst, die Sonne und der Wald, die weniger bewußt und gedanklich klar aufgenommen werden, die vielmehr, ohne daß das Kind sie so recht konstatiert, zur Erhöhtmg des Lebens- und "Lustgefühls beitragen. Wovon soll es aber im Aufsatz reden? Nicht von diesem erlebten Wandern, sondern von einem Wandern, das nur von der „Welt44 spricht, dem „die Welt gehört", etwa gar von Erweiterung des Gesichtskreises und ähnlichem. Ich spreche hier aus Erfahrung. Ich erinnere mich, wie ich den Aufsatz schrieb; ich mußte mich nicht zu sehr plagen, denn Phrasen aus Büchern standen mir immer zu Gebote, und dann versuchte ich eben zu erraten, was man darüber wohl sagen könne, und natürlich ging es so leidlich. Und ebenso stand es mit dem Frühlingsaufsatz: der Frühling, wie ich ihn sah, und der Frühling, wie ich ihn als „starken Helden" schilderte, mit „keimendem neuen Leben" und „Herrn Winter" und „Mutter Erde" und all diesen angelesenen kitschigen Phrasen hatten miteinander gewiß wenig zu tun. Denn darüber müssen wir uns klar werden: es liegt eine große Gefahr in der Angewöhnung von Dingen, in nicht eigener Art zu sprechen. Diese Gewohnheit kann sich in späteren Jahren, wenn das Kind zur Kenntnis und zum Ausdruck seiner Gefühls- und Gedankenwelt vorzudringen sucht, hemmend geltend machen. — * * * 116

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