Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (August 1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 115 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186110--224-3186265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
in der Klasse das Gespräch bilden. Wenn dann die jungen Herren nicht mitreden können, fühlen sie sich natürlich zurückgesetzt. Da* durch entsteht ein gewisses Mißverhältnis, und ein kameradschaftliches Verhältnis käme nicht zustande. Wir haben ja erlebt, daß ein junges Mädchen in der Unterprima ihre Verlobung anzeigt. (Heiterkeit.) Denken Sic sich die Situation in der Klasse bei einer Verlobungsanzeige! (Große Heiterkeit.) Wenn ich als Lehrer auf der einen Seite eine Zahl von sehr intelligenten, von sehr fleißigen jungen Mädchen habe, so würde ich mich natürlich mit denen viel liebe* beschäftigen, als mit den Knaben. (Große Heiterkeit.) Es ist deshalb für unsere Knabenanstalten nicht gut, wenn man die Mädchen in diese Anstalten hineinläßt." 2. Kultusminister von Trott zu Solz am 27. April 1910 im Preußischen Abgeordnetenhaus: „Die Frage der Koedukation ist grundsätzlich dajün entschieden, daß die Koedukation überhaupt verworfen ist. Wenn wir die Knaben zu tüchtigen Männern und die Mädchen zlu tüchtigen Frauen erziehen wollen, dann ist es am besten, beide Geschlechter in getrennten Anstalten zu erziehen, die ihrer Individualität (?) möglichst angepaßt sind. (Beifall.) Ausnahmen sind hiervon nicht zu machen." Ja ja, Herr Professor, ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst. — Oder vielleicht umgekehrt? Gedanken über den deutschen Aufsatz Von Hilda G., Wien. Wenn ich meine Aufsatzthemen der 3.-8. Klasse betrachte, so scheint mir vieles von dem Nutzlosen, ja schädlichen dieser Arbeits^ methode auf eine Grundanschauung der Schule zurückzugehen, (die sich übrigens an allen Gegenständen schmerzlich nachweisen läßt): Der S c Ii ü 1er soll nicht denken lernen, sondern er soll in gewissen Dingen Bescheid wissen, in gewissen Einzelheiten gut beschlagen sein und über alles schwätzen können. Ich erinnere mich1 an ein Thema aus der 4. KL: „Dem Wandersmann gehört die Welt in allen ihren Weiten"; und eines aus der 115