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Der Anfang · 1913-08-01 · Heft 4 (August 1913) · p. Seite 111

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 4 (August 1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 111 (sequence 15)
Language
German
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„Jugend von heute" Ein Wort an die Erzieher. Von Kurt Hans, Breslau. Jugend, — dir wünsche ich vor allem das Be\tf usstsein deines ungeheuren Reich« tums. Es ist so tragisch, dass der Mensch seiner Jugend Wert und Glück erst ermessen lernt, wenn er sie verliert. Hans Land. „Jugend von heute!" Ein Hauptschlagwort in unserer an Schlagworten so reichen Zeit. Wie oft kann manj es hören und lesen. Die einen lächeln dabei „verständnisinnig'* und schweigen; die andern ziehen das Gesicht in ernste Falten und! fangen an, von ihrer Zeit zu erzählen: „Jugend von damals! Wir waren doch ganz andere Kerle!" Beide Teile sind zuwider. Und doch: mir sind die ersteren noch lieber. Vielleicht (vielleicht!) sehen die ein, daß die Jugend in der sich überhastenden Entwicklung unserer Zeit so hätte werden müssen, wie sie sich diese Herren in ihrer Einbildung malen. (Ich deute an: in Wirklichkeit ist sie nicht „so".) — Die anderen; lattdatores teniporis acti. Reaktionäre, die in den Anschauungen ihrer Zeit aufgewachsen, den modernen Forderungen gegenüberstehen, wie — ein Lastpferd einem dahinsausenden Automobil. (Man verzeihe mir die Vergleichung!). Autokraten, die ihre Erfahrungen* weil sie sich auf Wahrheiten stützen, die vor 20, 30, 40 Jahren viel* leicht richtig waren und jetzt überholt sind, in Papageienweise immer und immer wieder predigen und uns aufoktroyieren wollen. So sieht der größte Teil unserer Erzieher (ich meine natürlich! nicht nur die Lehrer) aus. Von Isolde Kurz las ich einmal: „In der Sprache der Erzieher spielt Gut und Böse eine große Rolle, iaber gewöhnlich verstehen sie darunter, was ihnen bequem' oder unbequem ist Meistens ist die sogenannte Erziehung nur ein Krieg der Starken gegen die Schwachen. Ausi diesen ungleichen Kämpfen hat fast ein jedes von uns einen Schaden mitgebracht, der sich niemals völlig ausglich." Wenn wir jetzt in den Kampf, der allenthalben um die Jugend tobt, mit unserm Unternehmen eingreifen, um zu zeigen, was uns! 111

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