Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (August 1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 108 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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wird Nietzsche verboten. Wird er ihn von Stund an bespeien? Loge gibt keine Auskunft. Loge spricht nicht von Zögling und Erzogensein. Denn Erzogensein und Gehorchen erachtet er füar gleichbedeutend. Wer aber gehorcht, der schweigt fein still. — — Summa Summarum: Loge gehört nicht zur Jugend. Nicht zur Jugend von heute. Die Jugend von heute verlangt nach dem, wovon Loge nichts wissen will, oder — nichts weiß. Er spricht von furchtbar nebensächlichen Dingen. Sieht das Ideal darin, daß die Lehrer „gut" seien, daß der Lehrstoff vernünftig sei. Das alles gibt es — wenn auch nur vereinzelt — heute schon. Er spricht aber niclit von den Dingen, auf die es der Jugend ankommt. Und die es heute nicht gibt. Als da sind: eigene Meinung., eigenes Denken, eigenes Schaffen! Eigen! Loge nennt dies Wort kein einzig Mal. Und es ist Kern und Stern dessen, was die Jugend ersehnt! NB.: Daß keiner behauptet, ich hätte durch die paar lumpigen Beispiele etwas „beweisen" wollen. Die Beispiele sollen nur erläutern, wras Loge will und was die Jugend will. Was wir nicht lernen Von Richard Werner, Berlin. Seit Jahren disputieren die Leute über den Lehrplan an höheren Schulen. Viele sehen darin überhaupt den eigentlichen Kern der Schulfrage. Sie erfahren oder wissen, daß die Schüler klagen. Die Einen von ihnen nehmen es als Faulheit, murmeln etwas vom Ernst des! Lebens in den Bart, — diese Leute haben alle einen Bart und sagen, daß, als sie zur Schule gingen, ganz andere Anforderungen gestellt worden seien. (Die I oigen sieht mau ja au ihnen.) Andere, zu denen gehört wohl manchmal der Goethebund, gehen der Sache auf den Grund, der ihrer Ansicht nach in dem überflüssigen Wissensballast an Griechisch und Mathematik besteht. Es existiert eine ganze Literatur über diese Frage, pro* et contra, und es gilt heute den meisten als erwiesen, daß viel übriges gelehrt wird. Wenn es sich nur um ein „Zuviel" handelte, wäre es nicht schlimm, und kaum ein Schüler würde sich darüber beklagen; die Klagen, die ich aber hier vorbringen will, werden wohl vielen aus der Seele gesprochen sein. Ich will hier untersuchen, welche unumgänglich 108