Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (August 1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Appell an die Mädel Margot, Berlin. Ihr Mädel, die Ihr alles verbessern wollt, Ihr Wandervögel, Pfad^finderinnen, Ihr Schülerinnen und Gymnasiastinnen! Wo seid Ihr geblieben? Wo seid Ihr mit Euerm Mut und Eurer Tatkraft, wenn es sich um einen Kampf handelt, einen Kampf für das Recht der Jugend? Hier, im „Anfang", wo Euch Gelegenheit geboten wird, zu fordern, Eure Meinung zu sagen, da schweigt Ihr. Nur in de* ersten Nummer des „Anfang" fand sich ein Beitrag von einem» IMädel. Und Ihr, Hur andern, vielen? Ihr verlangt soziale und poliitschc Gleichstellung mit den Männern und verhaltet Euch dann so? Kommt doch heraus aus Eurer unleidlichen Passivität, und handelt mit den Jungen für die Jugend! Damit Ihr seht, daß das nicht leeres Geschwätz ist, will ichs Euch beweisen. Ich gab meinen Mitschülerinnen den „Anfang" zu lesen und fand bei zweien das richtige Verständnis. Meistens sagten mir die andern: „Ich teile die Meinung der Schüler über die Schule nicht!" Das verlangt ja auch kein Menscfh; widerlegt diese Meinung, begründet die Eiurige. Und wenn ich solchen erklärte, daß die eingesandten Beispiele Tatsachen wären, Wahrheiten, die nicht fortgeleugnet werden könnten, und wie öchlimm es wäre, daß so etwas überhaupt vorkommen könnte, zuckten sie die Achseln. Und nodl dazu wollen einige von ihnen später selbst Lehrerinnen werden! So rufe ich Euch nochmals zu: stellt Euch mutig zum Kampf für die neue Jugendkultur. Wir kämpfen nicht nur für uns!, iüt unsere Generation, sondern was wir erreichen, kommt den späteren Generationen auch zu gute. Oder wollt Ihr vielleicht, daß Eure Kinder später einmal genau so über die Schule seufzen, wie Ihr? Recht hat sie. Aber wenn die Mädchen den „Anfang" gar nicht zu sehen bekommen, wird auch ein Appell im „Anfang" nichts helfen. Werben, persönlich werben! D. A. 103