Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 86 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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uns unsere Jugend schön! So muß ich glauben, daß die alten Leute ein schlechtes Gedächtnis haben, die der Jugendzeit nachtrauern." Ich ging an meinen Platz: zurück. Der Lehrer frug: „Wer teilt die Ansichten der Vortragenden?" Alle Hände waren erhoben. Er fuhr fort: „Nehmen Sie z. B. diese ^Stunde, sind Sie nicht angeregt?' 6 „Ja", riefen alle. „Denken Sie an ihr fröhliches Spiel ira Garten, denken Sie an alles, was Sie miteinander erlebt haben, während der Jahre, da Sie sich täglich hier treffen. Wurde eine von Ihnen von einer anderen Klasse angegriffen, verteidigten sie üicht alle? Ist dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit nicht schön?" „Oh ja", riefen alle. „Das gibt Ihnen die Schule", fuhr der Lehrer fort. „Und können Sie mir einen Fall nennen, da ein Lehrer ungerecht war zu Ihnen? — Wissen Sie einen, so sagen Sie es mir! --Die Rednerin lobte die Ordnung und Regelmäßigkeit, gibt es die ohne Zwang? — Wer also ist unzufrieden mit der Schule?" Keine Hand hob sich. Der Lehrer blickte lächelnd zu mir. ich sagteruhig: „Mein Zwedt war doch nicht, jemanden aufzuwiegeln, sondern ich' sollte bloß eine Redeübung halten". „Out", sagte der Lehrer, „sprechen wir über die - Ausdrucksweise". Käthe H., Wien. Klassenspiegel Prof.: „Sie M., sind Sie ruhig." M.: „Herr Professor, ich habe jetzt nicht das geringste getan!" Prof.: „Ich habe ja auch bloß gesagt, daß Sie ruhig sein sollen!" Ein Schüler beschwert sich bei Prof. N., daß ihm Prof. M. gesagt habe, er spekuliere auf Noten. Prof. N. sagt: „Ich kann Euch mit gutem Gewissen sagen, daß der Kollege M. ganz recht hat, denn solange es noch Lehrer und Schüler geben wird, solange wird es auch Schwindler und Spekulanten geben." Desid. Gnae., VI. Kl. Es ist schon über 20 Jahre her und vielleicht heute nicht mehr möglich (das wüßte ich gern!), daß in der Untersekunda unser Lehrer uns befahl, in Ciceros Reden das Wort „improbi" (die Ruchlosen) zu übersetzen: „Die Sozialdemokraten". W. 86