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Der Anfang · 1913-07-01 · Heft 3 (Juli 1913) · p. Seite 85

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 3 (Juli 1913)
Date
1913-07-01
Page
Seite 85 (sequence 21)
Language
German
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ich würde das Beisammensein mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten entbehren. Ueberhaupt ist das der größte Vorteil der Schule. Nicht nur, daß man am Können des andern sein eigenes Wissen messen kann; es macht der Verkehr mit jungen Menschen viel froher und arbeitsmutiger. Wenn wir mit Aelteren sprechen, sind wir gewohnt, immer von ihnen zu nehmen. Gleichaltrige fordern von uns, daß wir auch geben! So werden wir zur Arbeit angeeifert. Viele finden zwar, daß die Noten ihren Zweck erfüllen, ich sage, sie sind unnütz. Das Ziel des Lernens und die Freude daran, tritt zurück vor dem Ehrgeiz, gute Noten zu erlangen. Aber die Freude an diesen ist sicher nie so groß, als der Kummer um ein Nicht genügend". Nach den vielen Schülerselbstmorden hören wir zwar oft von den Lehrern: „Die Note ist nur etwas Aeußerlichcs. Sic arbeiten doch für sich selbst!" Aber viel öfter sagen sie: „Darauf fcann ich Ihnen nur eine schlechte Note geben, Sie sollten sich wirklich schämen; was das für ein Zeugnis werden wird!" Und ich denke an die vielen verlorenen Stunden, die der Bestrafte mit heißem Kopf vor dem Buch gesessen hat, hundertmal eine mathematische» Aufgabe begonnen hat, die er doch nicht begreifen konnte; da er mit zornbebenden Lippen hundertmal die Namen fremder Städte und Flüsse wiederholte, die er doch wieder vergaß.1 Die Schüler waren bei diesen Worten in Bewegung geraten. Immer lauter wurden ihre Rufe. Ich blickte zögernd auf den Lehrer, der mahnte kalt zur Ruhe, und sagte dann: „Wenn Sie niemanden persönlich angreifen, haben Sie vollständige Redefreiheit." Beschwichtigend fuhr ich fort: „Wir dürfen nicht undankbar sein! Vergessen wir nicht die vielen Anregungen, die wir von der Schule erhalten. Freilich' geben uns dies die meisten BücWer auch, aber die Persönlichkeit des Lehrers können tote Buchstaben nicht ersetzen. Auch die feste Ordnung* und Regelmäßigkeit im Unterricht ist sicherlich von großem Nutzen für den jungen Menschen, doch wäre deshalb der Zwang nicht notwendig, der unselbständig macht." So sprach ich noch eine Weile fort, kaum weiß ich, worüber, bis ich zu der Frage kam: „Wozu lernen wir eigentlich?" Der Lehirer antwortete überlegen: „Für das spätere Leben!" Mich freute das Wort. „Wollen Sie dlamit sagen, daß wir noch nidit S^ben?! Oder wenn das spätere Leben so schwer ist, lassen Sie 8&

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