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Der Anfang · 1913-07-01 · Heft 3 (Juli 1913) · p. Seite 83

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 3 (Juli 1913)
Date
1913-07-01
Page
Seite 83 (sequence 19)
Language
German
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Da redet er nun von Worten, um die sich der Schüler vergeblich bemüht, er redet von Tugend, von Enthaltsamkeit usw., was das ist, sagt er nicht, aber in allen Sprachen kann man es benennen, griechische und lateinische Ucbungssätze preisen ihren Wert. Diese Worte sind schlechthin das, was den edlen Menschen ausmacht Der Mensch ist nun von Natur böse, aber zum Guten berufen, er muß also möglichst beschnitten werden. Das geschieht im Hinblick auf das Ideal, das der Lehrer als Idealschüler vor sieh hat und das etwa so aussieht: Der Idealschüler weiß alles, was man ihn fragen wird, er ist gut, treu, edel, er (betrügt den Lehrer nicht und behütet ihn vor den Streichen der Menge. Von Klasse zu Klasse sieht er sich gleich, er wächst nicht, wird nicht älter und verändert sich nie, weil1 der Lehrer sich nicht verändert. Er weiß alles, was der Lehrer weiß, ihm kann er alles anvertrauen, er ist eigentlich schon der Lehrer selbst, nur ist er ewig dankbar und erkennt ihn als Meister an. Dieser Idealschüler verwirklicht sich nicht, die Schüler sind störrisch in allem Bösen, das wissen sie alles von vornherein, denn der Lehrer zieht immer von dem Idealschüler ab, und da dort sich ein himmelweiter Unterschied herausstellt, so ergibt sich für die Schülerschaft eine ganz gleiche unfähige Masse. Der Lehrer sieht nicht, daß solch ein Ideal sich nicht verwirklichen kann, er glaubt an die Bosheit und den Widerstand der Schüler, dem er mit „gleichen" Mitteln begegnet. Er wird erbittert, er zieht sich zu seinem Ideal zurück und stellt höhnisch fest, wie die nachrückenden Klassen von Jahr zu Jahr schlechter werden. Der Schüler dagegen, ohne Inhalt gelassen, beschwert bald durch die Visionen der wachsenden Mannbarkeit, jsucht sich zunächst an seine Mitschüler anzuschließen, aber ,das kann der Lehrer nicht dulden, daß eine Gefühlsnäherung besteht, die er nicht kontrollieren kann, das würde ihn um jeden Einfluß bringen. Wir erinnern uns, wie jetzt die Vereinsschnüffeleien ^beginnen, wie die Mitglieder von Lesekränzen oder Kunstvereinen vor der hohnlächelnden Klasse genannt werden. Er verbietet solches Zusammenkommen. Er läßt die Schüler nach seinen verkrüppelten Instinkten fühlen, daß ihr Mannbarwerden „unsittlich" sei, daher machen ihre Zustände sie scheu. Wenn aber die ganze Klasse mitmacht, vso kann keiner ver- 83

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