Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186109--185-3186225- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wieder blättere ich das Heft durch und suche, und suche . . . und finde soviel wie nichts von dankbarer Anerkennung und bereitwilligem Entgegenkommen von seiten der Schüler, — auch nicht ein bißchen! Aber vielleicht haben die das gar nicht nötig? Im zwanzigsten Jahrhundert nicht? — Und der Lehrer ist ja für den Schüler da, und nicht umgekehrt. — Eine Krähe fliegt vorbei mit schwerem Flügelschlag. Und sie krächzt altklug: „Trotzdem! . . . Trotzdem! . . ." Und sie hat recht. Jawohl1, sie hat recht: Trotzdem sollten wir, die Jungen, anders sein. Trotzdem liegt die Schuld zum Teil auch bei uns. Zum Teil1, — incht ganz. Wir sind vielleicht doch zu sehr eingenommen von uns selbst! Und fühlen uns gekränkt in einer Würde, die wir in solchem Maße gar nicht besitzen! Wir fühlen uns) gekränkt von solchen, die uns gar nicht kränken wollen! Denn viele unsrer Lehrer sehen in uns letztcrdiugs' doch mehr als unreife Menschlein, — wenn sich's manche unverständigerweise auch nicht merken lassen wollen. Das übersehen wir so leicht im Kampfeseifer um unsre gute Sache. Und wir ubersehen, daß viele von unsern Lehrern doch mehr wollen als uns schulmeistern, daß So mancher es wirklich gut imit uns meint. Daß mancher uns wirklich ein leitender Freund sein will — trotz dem Anschein, der dagegen spricht Mag sein, daß dies manchem Kampfbegeisterten etwas sehr naiv klingt, — allein um der Gerechtigkeit willen muß es gesagt werden. Und Hand aufs Herz! — bab' ich nicht recht? Ich glaube, daß wir einen leitenden Freund — natürlich keinen schulmeisternden — manchmal wohl brauchen könnten, gerade auch wir Aelteren unter den Jungen. Gewiß kämen wir selbst zu ihm und fragten ihn über das und jenes um Rat und Meinung. Selbstverständlich gilt das' nicht vom Durchschnittsprofessor, dessen guter Wille in steter Feindschaft liegt mit der herkömmlichen SChulmcisterwürde und doch nie darüber hinauskömmt Bei dem kämen wir schön an! Da beobachten wir lieber vornehme Zurückhaltung. — Aber das gilt von dem Professor, wie ich ihn mir denke. — Pub, wie warm es doch ist! Daß ich mich nicht auch sdw>n 77