Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 76 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186109--184-3186224- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
II. Mehrere Tage später. Auf dem Schulweg. — „. . . Was ich sagen wollte: — hast du den Aufsatz gelesen^ den Schwalbenschwanz neulich gebracht?" „Den über die neue Zeitschrift ,Der Anfang'? — Jawohl." „Nun, — und was hältst du von der Sache?" „Ach, — wird zu viel geschimpft, wenn das Schüler schreiben sollen. Wird nichts als räsoniert. Du weißt, ich bin ja sonst gewiß nicht für die Schule, diese geistlose Tretmühle. Aber die Schüler sind eben doch noch zu jung und zu unreif für so etwas." „Aber Hans, hast du denn solchen Respekt vor dem gedruckten Wort? Und so wenig Zutrauen zu dir selbst und den andern? — Sieh, — wenn wir zu unsern Lehrern in einem andern, einem Freundschaftsverhältnis ständen, dann brauchten wir das ja nicht. Dann könnten wir ihnen persönlich sagen, was; wir ihnen jetzt auf einem Umweg kundtun müssen. Und daß wir ihnen etwas; zu sagen haben, daß es im Interesse der Jugend unsere Pflicht und Schuldigkeit ist, ihnen das zu sagen, — darüber bist du dodi mit mir einig?" „Gewiß, vollkommen!" „Nun denn, — dann ist der beschrittene Weg schließlich doch der einzig richtige. Denn der Anfang muß einmal gemacht werden —" „Natürlich. Längst ist es Zeit." „— und dazu, denke ich, ist eben der ,Anfang* da. Ich jedenfalls werde mal darauf abonnieren." „Idi auch." III. Mehrere Wochen später. Ich liege am sonnigen Hang im Heidekraut. Um mich Fluren und Wälder, über mir Himmelblau. Mein Fahrrad, das mich herausgebracht aus dem dumpfen Häusermeer dort hinten, blitzt lustig im Sonnenglanz. Da ziehe ich den „Anfang" aus der Tasche. Will doch schauen, wie er sich in solcher Umgebung ausnimmt! Von Mücken umsummt, lese ich das Heft von Anfang bis Ende idurch. Und finde viel Negatives, viel Kritik, viel Schmollen und Anklagen. „Nun ja," denke ich', „sie haben ja recht, die Kameraden. — Will aber doch mal schauen, ob nicht auid*. . Und 76