Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Ein Reiter ritt durch den hellen Tag, auf seinem Antlitz ein Leuchten lag. Zuweilen klang* eines Geiers Ruf, eintönig schlug seines' Pferdes Huf. Er kam geritten durch Land und Muß, sechsmal schon empfing er des Morgens Kuß. An Höhen und Tälern kam er vorbei, an Wäldern und Städten mancherlei. Und Schmerz und Freude ließ er zurück, nach vorwärts gerichtet war sein Blick. Sein Auge haftet am Horizont, das weite Land tag flach besonnt. Seit Stunden schon kein Strauch, kein Baum, die ebene Fläche hob sich kaum. Zuweilen klang eines Geiers Ruf, eintönig schlug seines Pferdes Huf. Die ewige Linie schlummert ihn ein, er ritt verträumt in den Tag hinein. Da hat er erwachend gespannt gelauscht: es hat ganz leise ob ihm gerauscht; Doch der Himmel über ihm ist licht, nur sieht er die leuchtende Sonne nicht. Und er reitet leicht — doch in schnellem Flug, nur hört er nicht, wie der Hufen schlug. Und er blickt zur Erde — er blickt in Nichts: in eine Kugel1 voll leuchtenden Lichts. Und er stieß seinen Speer und spürte den Fall — doch lauscht er vergebens auf seinen Schall. Dann lacht er und glaubt sich vom Drucke befreit — doch lachend dehnt sich die Einsamkeit. Und er beugt sich zum farbigen Spiele des Lichts» und sinnt und grübelt und denkt an Nichts. (Mai 19l%i 73