Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 49 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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war fest gewillt, einen Sturm der Entrüstung gegen die B.sche Realpolitik zu entfesseln: aber da goß E. auf die Wogen, die eben sich zu türmen begannen, das Oel seiner breiten und sanftmütigen Beredsamkeit. Die Aktion gegen B. verlief im Sande. — Bundesbrüder! Soll es heute ebenso gehen? . . . Das Aergste blieb uns erspart: aktives und passives Wahlrecht verblieb der Jugend; aber einen Erwachsenen hat man zum Leiter gewählt Abends aber kam der Eklat: es sollte ein Fest gefeiert werden, und die Honoratioren waren eingeladen. Man wollte Rezitationen hören (einige), ein Schwank sollte gespielt und hinterdrein getanzt werden: deß harrten die Backfische, die den Saal füllten. Aber man war es der Würde des Bundes schuldig, daß auch Programmatisches gesprochen wurde; so hatte man Pythagoras aufgefordert, über „Alkohol und Kunst" zu sprechen. Schon hatte man 'zur! Zupfgeige gesungen und Gedichte hergesagt; da bestieg Pythagoras die Tribüne. Nach den ersten Sätzen staunte man: das war ja kein sentimentales Abstinenzlergeseiche, kein leeres Gewitzel — Schlagwörter fehlten. Dafür eine wissenschaflich eindringende, systematische Untersuchung; ein strenges Gedankengebäude : man mußte schon nachdenken, um folgen zu können. Aber bitte, war man nicht gekommen, um zu tanzen? Was sollte der Ernst? Die Badefische gähnten, die kleinen Pennäler dito; die Zupfgeigenhänsel kalberten und zogen den Redner von hinten an den Rockschößen: schlechte Kinderstube des Wandervogels. Hinten im Saal aber begannen ein Pfarrer und der Patron der Kasseler Gruppe, der Oberlehrer mit dem Vegetarierbarl, sich laut zu unterhalten. Ich forderte zur Ruhe auf; war wütend; man möge den Saal verlassen» wenn man für ernste Fragen kein Ohr habe; man sei hier nur Gast. Unbeirrt aber erhob sich der Vegetarier, schwenkte das Taschentuch und rief: „Ich madie den Redner auf die vorgeschrittene Zeit aufmerksam!" Der aber, der das Fest veranstaltet, den Redner berufen und nun zu sorgen hatte, |daß, wie's der Anstand fordert, dieser bis m Ende gehört werde —: das Kasseler Gruppenhaupt muckste isidi nicht, sondern schwieg in schuldiger Ehrfurcht vor der Würde des Magistern, Bevor er zu Anfang des denkwürdigen Abends das Podium 50