Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 41 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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im Erotischen uns gewinnen werden und die doch von da aus unser tägliches Sein und Gehaben durchdringen soll. Eine Romantik der Wahrheit, die geistige Zusammenhänge, die Geschichte der Arbeit, erkennen soll; diese Erkenntnis sich zum Erlebnis werden läßt» um höchst unromantisch ,und nüchtern danach zu handeln. Das ist die neue Jugend, die Nüchterne und Romantische. Abef wir glauben nicht, daß dieses Romantische entbehrt werden kann, dali es zopfig, jemals überwunden sein könne. Dies ist das Unüberwindliche : der romantische W i 11 e zur Schönheit, der romantische Wille zur Wahrheit, der romantische Wille zur Tat. RomantiscK und jugendlich: denn dieser Wille, der dem reifen Manne Notwendigkeit und anerzogene Tätigkeit sein mag, in uns erlebt ihn eine Zeit freiwillig, erstmalig, unbedingt und stürmisch. Er prägt immer die Geschichte sittlich und gibt ihr ihr Pathos, wenn er auch ihren Inhalt ihr nicht gibt. Und wenn Ihr Euch hier am Schlüsse noch einmal umseht, denn^ gewahrt Ihr vielleicht, fast überrascht, wo eigentlich Ihr steht: Art' einer Stelle, wo die Romantik zurückgegangen ist zu den Wurzeln alles Guten, Wahren und Schönen, die unbegründbar sind. Wo der narkotische Imperativ „Wein, Weib, Gesang" nicht mehr sinnliche Phrase sein soll: wo Wein Abstinenz bedeuten kann, Weib eine neue Erotik, Gesang kein Bierlied, sondern ein neues Schülerlied. Aber jetzt schließe ich, denn ich erwarte die Beschuldigung,, die ich nicht fürchte: der Jugend ihre Ideale geraubt zu haben. Prima Gedicht von Hans Tafel Vormittägliches Wintergrau fällt dumpf in stickig überheizte Klassenzimmer. Fahlknochge Knabenköpfe starren stumpf aus Weigrau blöden Höhlen voll Geflimmer nach einer schwarzen Tafel an der Wand. Sie sitzen wie die Hammel dicht gedrängt, vornüber, Hals und Rücken im Verrenken, die schwellend reifen Glieder eingezwängt, tebend'ge Keile zwischen Tisch und Bänken. In ihren Augen brennt ein Fieberglanz. 42