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Der Anfang · 1913-06-01 · Heft 2 (Juni 1913) · p. Seite 40

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 2 (Juni 1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 40 (sequence 9)
Language
German
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geworden, die die Schule uns aufzwingt, von ihrer mürben Feiegv lichkeit, daß wir zueinander gar nicht mehr edel und frei zugleich sein können. Sondern: Frei und iniedel oder edel und unfrei. Wir brauchen eine schöne und freie Gemeinschaft, damit das Allgemeine auszusprechen sei, ohne gemein zu werden. Diese Möglichkeit haben wir noch nicht und die wollen wir uns schaffen. Wir scheuen uns nicht, zu sagen, daß wir noch trivial sein müssien, wenn wir von diesem Jugendlichen reden. (Oder wir müssen eine weltfremde akademische oder eine ästhetische Geste annehmen.) Noch sind wir so unkultiviert in unserm Gemeinschaftlichen, daß* Ehrlichkeit banal wirkt. Also sieht es so aus, wenn das Erotische, von,' dem wir alte fühlen, wie sehr es der Offenheit bedarf - wenn es sich einmal aus der verschwiegenen Dunkelheit hervorwagt: Daß die Schuljugend sich in Kinos austobt (Oh, was nützt es, die Kinos zu verbieten!), daß Kabarettdarbietungen, gut genug, die überreizten Sexualgefühle 50 jähriger zu beleben, jungen Studenten zugemutet werden! Im Erotischen, wo zum mindesten die reife Jugend zwischen 20 und 30 den Ton angeben sollte, läßt diese Jugend sich umgeben und ersticken von greisenhaften und perversen Oepilogenheitcn. Längst ist man gewohnt, das empfindliche, wenn Ihr wollt prüde, Sexualempfinden des jungen Menschen zu übersehen. Die Großstadt reitet täglich und nächtlich ihre Attacke gegen ihn. Aber man drückt lieber die Augen zu, als daß man eine jugendliche Geselligkeit schaffte. Nachmittage, an denen junge Menschen zusammenkommen und in ihrer erotischen Atmosphäre leben dürften, anstatt eine gedrückte und lächerliche Minderheit bei den Gastereien der Erwachsenen zu bilden. (Das Symposion wird auf der Schule nicht gelesen; aber wenn Egmont sagt, daß> er nachts sein Liebchen besuche — das wird gestrichen). — Immerhin: eines ist tröstlich, so verpönt dergleichen zu sagen ist, so gestaltet es sich doch und entsteht, — verborgen jedoch, statt frei. Das ist die alte Romantik, genährt nicht von uns, nicht von unseren Resten, sondern von denen, die uns zu einer tatenlosen Nachbetung des Bestehenden erziehen wollen. Und dagegen habe ich Euch, Kameraden, eine neue Romantik, ganz unbestimmt, ganz fem, dennoch, wie ich hoffe, gewiesen. Eine Romantik, die in ihrer Haltung bezeichnet sein soll durch Offenheit, die wir am schwersten 41

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