Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 39 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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die Geschichte verschweigt. Das Werden der Wissenschaft, das Werden der Kunst, das Werden des Staates und des Rechtes. Damit wurde uns die Religion des Geistes, aller Glaube an ihn genommen. Das war die fälsche Romantik, daß wir in allem unendlich Einzelnen das Außerordentliche sehen sollten, anstatt es im Werden des Menschen, in der Geschichte der Humanität zu sehen. So macht man eine unpolitische Jugend, die ewig beschränkt ist auf Kunst, Literatur und Licbesciicbuissc, auch darin ungeistig und dilettantisch. Die falsche Romantik, Kameraden, diese groteske Isoliertheit vom Werden, in die man uns setzte,-hat viele von uns blasiert gemacht; so lange mußten sie an das Nichtige glauben, bis der Glaube selbst ihnen nichtig wurde. Die Ideallosigkeit unserer Jugend ist der letzte Rest ihrer Ehrlichkeit. So steht es um die Bildung einer Jugend, Kameraden, die man in krampfhafter Bemühung isoliert vom Wirklichen, die man umnebelt mit Objektivitäts-Romantik, mit Ideal-Romantik, mit Unsichtbarkeiten. Wir wollen nicht eher hören von Griechentum und Germanentum, von Moses und Christus, von Armiiüus und Napoleon, von Newton und Eüler, bis man uns den Geist in ihnen zeigt, die fanatische tätige Wirklichkeit, in der diese Zeiten und Menschen lebten und in der sie ihre Gesinnung erfüllten. So steht es um die Romantik der Schulbildung, die um* alles unwahr und unwirklich macht. Also, Kameraden, begannen wir uns stürmisch uns selber zuzuwenden. W|ir Wurden die viel gelästerte, individualistische und Uebermenschen-Jugend. Das war wirklich kein Wunder, daß wir dem Ersten jubelnd zufielen, der uns zu uns selber rief, zum Geist und zur Ehrlichkeit. Das war sicherlich Friedrich Nietzsches Mission unter der Schuljugend, daß er ihr etwas über das Morgen und Gestern Und Heute von Schulaufgaben wies. Sie konnte es nicht mehr tragen. Und sie machte auch diese Idee zu!r Pose, wie man sie stets zu solchem Verfahren gezwungen liatte. Jetzt rede idh vom Allcrtraurigsten. Wir, die wir mit Nietzsctic aristokratisch sein wollten, anders, wahr, schön, wir hatten ja keine Ordnung in der Wialtirheit, keine Schule der Wahrheit. Nodh weniger haben wir einen Platz der Schönheit. Wir haben gar keine Formen mehr, D u zueinander zu sagen, daß es nicht schon gewfihnfidN klänge. Wir sind so unsicher von der ewigen idealen Pose 40