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Der Anfang · 1913-06-01 · Heft 2 (Juni 1913) · p. Seite 37

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 2 (Juni 1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 37 (sequence 6)
Language
German
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Romantik von Ardor Eine nicht gehaltene Rede an die Schuljugend. Kameraden \ Wenn wir schon irgend einmal an uns gedach haben, nicht an uns als Einzelne, sondern an uns als Gemeinschaft als Jugend, oder wenn wir von der Jugend gelesen haben, — imme wieder dachten wir uns, daß sie wohl romantisch sei. Tausende voi guten und schlechten Gedichten sagen es, von Erwachsenen höret wir, daß sie alles darum geben würden, noch einmal jung zu sein Das ist doch alles Wirklichkeit, die wir wohl in Augenblickei g;anz überraschend und froh fühlen, wenn wir eine gute Arbeit ge macht haben, eine Kletterpartie, etwas gebaut haben, oder eint mutige Erzählung lesen. — Kurz und gut: ungefähr so, wie mi pjötzlich einmal — ich weiß noch, es war auf einer Treppenstufe - zutn Bewußtsein kam: ich bin doch noch jung (ich war wohl 14 Jah« alt, und was mich so froh machte, war, daß ich von einem Luftscliil gelesen hatte). Jugend ist ganz umgeben von Hoffnung, Liebe und Bewim derung: derer, die noch nicht jung sind, der Kinder, und derer, da es nicht mehr sein können, weil sie ihren Glauben an ein Besserq verloren haben. Das fühlen wir: daß wir Repräsentanten sind jeder einzelne von uns steht für Tausende, so wie jeder ReicW liir Tausende von Proletariern, jeder Begabte für Tausende Ua begabter steht. Wir dürfen uns fühlen als Jugend von Gottes Gnaden wenn wir es so verstehen. Und nun denke ich mir, wir wären auf einem Jugendkongre mit Hunderten oder Tausenden junger Teilnehmer. Plötzlich hc» icW Zwischenrufe: Phrase — Unsinn! und ich sehe auf die Bänke und neben ganz wenigen von Stürmischen, die mich unterbrechet liegen da Hunderte fast schlafend. Einer oder der Andere rieht« steh ein wenig auf, scheint mich aber nicht ernst zu nehmen. Da fällt mir etwas ein: j „Ich sprach von der Jugend von Gottes Gnaden, ich sprach voi unserem Leben, wie es in der Tradition ist, der Literatur, bei dd Erwachsenen. Aber die Jugend, zu der ich rede, schläft oder zürnt. Etwas muß faul sein im Staate Dänemark. Und ich danke Eureflj Schlaf und Zorn, denn davon wollte ich reden. Ich wollte fragen^ 38

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