Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 34 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die innere Harmonisierungsarbeit, welche nur in ganz besonders glücklichen Fällen, wo nämlkh durch Zufall im wesentlichen harmonische Elemente vereinigt worden sind, unnötig wird, stellt nun eine Aufgabe von sofcher Schwierigkeit dar, daß es nicht wundernehmen darf, wie selten sie gelöst und wie oft sie verfehlt wird. Wie immer wird die Schwierigkeit dadurch vermindert, daß man ihre Gründe theoretisch oder wissenschaftlich einsieht und mit der Kenntnis der Gründe auch Mittel und Wege ausfindig machen kann, tun das Problem zu lösen. An die Stelle der zufälligen und unbewußten Versuche zur Harmonisierung der Erbstücke, die bisher so gut wie ausschließlich das Schicksal der heranwachsenden Jugend gewesfen waren, sollte die bewußte Selbsterforschung und demgemäß die bewußte Selbstgestaltung dieses inneren Wesens* treten. Die erste Voraussetzung ist hierfür naturlich, die Elemente kennen zu lernen, vnü die zweite besteht darin, die Mittel zu wissen* um wünschenswerte Elemente zu entwickeln und ungeeignete zu unterdrudeen» Als wünschenswerte Elemente sind vor allen Dingen diejenigen bezeichnen, wekhe zu einer erfolgreichen sozialen Aktivität fahren. Das sind etwa: wissenschaftliches Interesse, der Wunsch, sich als Helfer der Menschheit nach irgendeiner Seite, sei es der psychischen, sei es der wirtschaftlichen, zu betätigen, Forsfcbungstrieb, der zunächst meist die Formen des Wandertriebes, der Sammelleidenschaft usw. annimmt. Es sind dieses Anlagen, welche auf der Grundlage guter energetischer Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus beruhen. Solche Anlagen sollte der junge Mensch, der sie entwickeln will, zunächst so genau wie möglich erkennen und beurteilen lernen, indem er sich etwa systematisch alle denkbaren Berufe vorhält und sich fragt, in welchen Berufen er sich am glück- Lehsten fühlen würde. Hierbei ist die Ueberlegung für ihn nicht riaheliegend, aber für seine späteren Schicksale außerordentlich! wichtig, daß der Wert solcher Berufstätigkeit abzustufen ist nach der sozialen Bedeutung, welche die Erfolge dieser Tätigkeit haben würden. Je mehr solche Tätigkeit ihre Wirkung auf das Individuum selbst oder einen kleinen Kreis beschränkt, um so geringer ist ihre soziale Bedeutung und um so dürftiger und beschränkter sind demgemäß auch die Glüc'ksergebnisse, die eine erfolgreiche Betätigung mit sich bringen könnte. In nicht seltenen Fällen findet der junge Mensch zwei oder mehr Tendenzen, die ihn nach wesentlich ver- 35