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Der Anfang · 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 26

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 1 (Mai 1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 26 (sequence 26)
Language
German
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arbeiten fertigen und jemand liest hier vor. Geschichten, die — die — wie soll ich mich ausdrücken — in gewisse staatliche Anstalten für hier oben nicht ganz genügend Bedachte besser paßten, als für junge Menschen, denen die Augen für alles Schöne und Währe zu öffnen, erste und letzte Pflicht eines Erziehers sein sollte! Diese Geschichte müssen den schon tiefstehenden Geschmack gänzlich verbilden. Ein einziges Mal: Mozarts Reise nach Prag von verständnislosen Lippen eintönig vorgeplappert. Genug, genug! Ich bin so unglücklich wie sonst nirgends auf der Welt zuvor. Lebe wohl! Ich bin müde; wir haben gleich unsere langweilige Abendandacht. M. Eisenach, 25. Juni. Liebe Henriette! Mit Deinem schönen philosophischen Brief ist mir ein fatales Malheur passiert Ich war wohl etwas zu begierig auf die verborgenen Schätze der unsichtbaren Schrift. Kurz und gut, da das Blatt über der Kerze Feuer fing, ist außer einigen großen Löchern wenig übrig geblieben. Damit mir nun nicht wieder so etwas begegnet, so ist es wohl das Beste: 1) ich bin ruhiger und geschickter, 2) schreib' Deine ftostbaren philosophischen Ausarbeitungen lieber auf einen Extra- Bogen, denn diese Abhandlungen nehmen sich sehr unvorteilhaft mit solchen großen Lücken aus. — Vor allem bitten wir um einen Zauberzettel mit demselben Inhalt. Meine Umgebung bereitet mir immer mehr Entsetzen, ich sehne mich sehr nach einigen Freistunden, um mich kräftig auszugähnen. Neulich ging mal meine Selbstbeherrschung derart flöten, daß ich wie blödsinnig losheulte und man entsetzt und höchst besorgt nach meinem Leiden fragte. Ich gab allerlei Schwächen an und stürzte m mein Bett, wo sich das Geheul schleunigst in Gelächter wandelte. Aber es muß doch wohl recht schlimm mit einem stehn, wenn man bei hellichtem Tage vor Hinz und Kunz loswünmert... M. 26

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