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Der Anfang · 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 24

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 1 (Mai 1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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hat's auch gemacht; dann darf ich's auch!" (Geineinsinn!) — „Du mußt das erst machen!" — „Aber das kann ich wirklich auch nachher machen!" „Nein, es ist jetzt 11 Uhr!" (Zeiteinteilung: harmonisches Leben!) Aber ich bin äußerst vergnügt. Ich stöhne nicht. Ich schauspielere,, daß ich für eine Lehrerin schwärme. Ich schauspielere auch, daß ich um Verzeihung bäte. Ich schreibe nach Haus zweimal wöchentlich 10—12 Seiten lange Briefe. M. P.S. Kann nicht irgend ein weibliches Wesen die Adresse schreiben? Deine Schrift ist für eine Frauenschrift zu robust und zu energisch. Man fragte mich neulich: „Wer hat denn das geschrieben?" „Ja, meine Freundin Henriette!" „Henriette?!" — \,Ja, wissen Sie, die ist son bißchen emanzipiert, so komisch wie ihr Name. Sie studiert auch. Sie ist in Italien geboren, der Vater ist Spanier, die Mutter Russin. In Deutschland lebt sie." — „Ach, wie interessant." — Damit war die Sache abgetan. M. Montag Liebe Henriette! Die Klosterdame ist ein Philister, wie ich noch nie einen gesehen habe. Aber das schert mich nicht viel, ich lebe seelenruhig und unangefochten meinen Trödeljahn. Ich gelte für ein sehr gebildetes Mädchen, weil ich den Namen Darwin seihon mal gehört habe. Ich gelte auch für ein sehr fleißiges Mädchen, weil ich ewig vor einem Buche sitze und über alles Mögliche nachgrüble. Ich gelte auch für ein sehr freundliches Mädchen, weil ich ganz gut zu schmeicheln verstehe. Und für ein stilles Mädchen, weil ich vergessen habe, daß ich hier reden lernen wollte. Aber, tatsächlich, hier mit andern zu parlieren, ist eine schändliche Qual und Marterpein. Und für ein etwas tapriches Mädchen, das zuweilen einen Teller zerschlägt. In meinem Kontobuch, das ich mit blauer Tinte zu beschreiben pflege, stehen folgende Sätze mit roter Tinte unterstrichen: 24

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