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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1850-01-01 · 9 Jahrgang = Jahr 5611 (1850) · p. Seite 110

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
9 Jahrgang = Jahr 5611 (1850)
Date
1850-01-01
Page
Seite 110 (sequence 109)
Language
German
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liO Rückblick auf die riichs Pattast wurden mut dieselben Red eil gehalten wie im Landhause. Die Aufregung wurde immer größer. Um zwei Uhr ungefähr wurde die Stadt militärisch besetzt. Dieß reizte die Stimmung noch mehr. Wir wollen nichts als eine friedliche Losung unserer Angelegenheiten, rief das Volk und man läßt Kanonen aufführen! Wir wollen zum Throne unsers gütigen Kaisers und wenn sich auch die Schergen des Despotismus zu Tausenden da vorstellen, so werden wir uns den Weg zu ihm mit unserem Blute erzwingen." — Man hatte 12 Deputirte gewählt, die Stände empfingen die Deputation mit Ermahnungen zur Ruhe und Hinweisung auf den vorgeschriebenen gesetzlichen Weg — Auf die etwas barsch gesprochene Frage: „Was wollen Sie hier?" und was wollen die Leute unten?" nahm einer aus den zwölfen Med Di*. Ka pper, ein Israelit, das Wort; er versicherte, daß das Volk fühle, wer ihm wohl will und sich deshalb an die hochansehnliche Ständeversammlung wendet, aber nur über eine Zuschrift erbittert sei, welche als vom Ständesaale kommend, verlesen wurde; Fortschritt und Recht ist alles, was es will, trnd für dieses Alles ist es bereit auch Alles zu opfern, wenn es sein müß te. Der Präsident Graf Monrekukuli versicherte hierauf, daß die erwähnte Zuschrift ihnen Allen ganz fremd sei; seien Sie überzeu gt, meine Herr n, sag< te er ferner, daß uns die Wünsche des Volkes nicht fr emd sind, d aß w ir si e v e r st eh e n, u nd da ß wir es uns zur heiligste'n Aufgabe nt ach en, di eselben in g e h ö r i g e r F a s s n n g vor den Thron zu bringen. —Als der Präsident späterhin die Wünsche genannt verlangte, welche das Volk zu solchen Versammlungen erregter!, setzte solche Dr. B r ü h l, ein Jude, der dritte Sprecher aus den Zwölfen, sehr schön auseinander und erregte die volle Theilnahme der Stände. Die Stände versuchten die ausgeregte Menge vom Balkone herab zu beruhigen, aber vergebens; der Präsident meinte, nun wäre nichts zu thun, als ben ganzen P a ck von Petitionen unverzüglich Sr. Majestät vorzulegen, und verließ mit noch Einigen den Saal. Ein Komitee hatte sich aus dem Volke gebildet, sie über das, was dem Vatersande Roth

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