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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 264

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 264 (sequence 312)
Language
German
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264 Die neugriechische Volkspoesie Sieh die gottlose Hündin, die! die Jüdin, die verfluchte! Bracht zum Gericht, zum Richter nicht mich daß er's Urtheil falle: Vor Gott hin rief sie mich sogleich, daß er's vollführe schnelle. 6) Die hier für eine Nichtjüdin gebrauchte Anrede findet sich an eine Jüdin gerichtet fast wörtlich in einem andern Gedicht (Tauriel II. Nr. 28), das wir als bezeichnend für die Ansicht der Griechen über die Juden hier in unsrer Uebersetzung folgen lassen: Ein Judenmägdlein mahete und dabei war sie schwanger. Zu Zeiten, Zeiten mähte sie, zu Zeiten fühlt sie Wehen Und auf die Garbe lehnt sie sich, 'nen gold'nen Sohn gebiert ne^ Und in die Schürze wirft sie ihn, zu gehen ihn zu morden. Ein Rebhuhn kommt entgegen ihr, ein Rebhuhn und es sagt ihr : „He Hündin! he Ungläubige! du Jüdin, du Verfluchte! Ich habe Junge achtzehn Stück und strebe sie zu nähren Und du, du hast den gold'nen Sohn und gehest ihn zu morden?!" Das Volk, das den Juden altes mögliche Böse zutraut, wählt natürlich in einer Fabel, um eine Kindesmörderin zu bezeichnen, eine Jüdin. Nebenbei zeigt das Gedicht — was Beachtung verdient - daß die Juden in Griechenland Ackerbau treiben. Als Gegensatz folge sogleich ein anderes Gedicht aus Kind und Jken's Eunomia in unsrer Uebersetzung. (Eine etwas andre Lesart s. bei Roß I. c. III. p. 179). An einem Samstagabend, des Sonntags Morgens fein Ging ich wohl zu spazieren in's Judenviertel 'rein. Ich sind' ein Judenmägdlein allein da, ganz allein. Ich sag' ihr: „Mädchen, willst du nicht eine Christin sein, Daß Sabbaths du dich badest, Sonntags dich putzest fein V"— „Mutter, es fragt ein Grieche, ob ich will Christin sein, Daß Sabbaths ich mich bade, Sonntags mich putze fein." — *) ’lfdg q rxuliX q dv$fA9f tjoßgriq fxayagicrpivq \ Aiv yrov %p<rtg vd /ui wd ytd yd /xi xgfay, Mcv Geh fx dyxdhtrt ttu yMyaqct ro

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