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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 261

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 261 (sequence 309)
Language
German
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Die neugr. Volkspoesie u. d. Juden. 265 anerkannt, weniger die Rückwirkung. Und doch ist auch btefer obgleich allerdings schwächer, für den aufmerksamen Beobacht ter immer noch deutlich genug erkennbar; namentlich wird, wer sich mit der Volkspoesie verschiedener Nationen beschäftigt,, nicht umhin können, in den Liedern und Sagen des Volks, diesen unmittelbaren Abdrücken seiner Gesinnung, zu bemerken, wie die Juden auf die Phantasie der Völker zumeist — wie alles Fremdartige — abstoßend, zuweilen jedoch auch anziehend gewirkt, ja, wie sie in einzelnen Fällen sogar jüdische Lieder unter verschiedene Nationen verbreitet. Wir beschränken uns — theils wegen des uns knapp zugemessenen Raums, theils wegen der Mangelhaftigkeit der uns augenblicklich zugänglichen Duellen") — auf einen Nachweis dieses jüdischen Einflusses in der neugriechischen Volkspoesie. Und zwar läßt sich schon mehren; wir fügen noch bet: Gigscn machen (f. Stadler /. /. I. p. 416), sich wind und web werden lallen (ib. II. 352 und Hebel), S r e in s g e k l a g t (vergl. des Meklendurger Satirikers Lauremberg 2tes Scherzgedicht: „Wenig Fruwenvolk kann mehr tho Fote gähn, Wagen. Peerde möten althd ferdig ftahn. Doch se mögen woll (hdt sh euem «Steen gektaget) so sehr vom Podagel (Podagra) syn geptaget." u. s. w. Besondre Anführung verdient noch über den Namen Aschkenas Folgendes aus Jakob Grimms deutscher Mythologie 2. Auflage p. 1219: 55 der gemeinen und gelehrtjüdischen spräche bezeichnet Aschkenas Deutschland und die Deutschen, der name steht Gen. 10; 3 u. Jer. 51. 27; wie früh dessen unrichtige anwendung aufkam, weiss auch J. D. Michaelis spicil. geogr. Hebr. 1,59 nicht; es muss aber schon geschehn sein im 15. jh. , wo nicht früher und die mögen doch dabei rücksicht genommen haben auf eine ihnen zu ohr gekommne ableitung des Deutschen von einem Stammherrn Askanius oder dem Trojanischen.u s. ebenda p. 537. *) Außer deutschen Liedern (z. B. die „Juden in Paffau" in des Knaben Wunderhorn l) und Sagen (z. 95. „der Jude im Dorn" in Grimms Haus- und Kindermä'hrchen) verdienen besondre Beachtung die schauerliche schottische Ballade the Jewis dochter (Percy reliques I jk 35), das wendische Lied „Hans und der Jude" (Haupt und schmaler Volksl. der Wenden I p. 152) u. A. Einzelnes kommt noch weiter unten vor. Den Einfluß derJuden aufdiegriechischtVolkspoesie aber haben wir zum Theil bereits in unserem Volksleben der Neugriechen (Mannheim bei Baffermann 1844) p. 328 und in den Heidelberger Jahrb. der Literatur 1844 Nr. 39 hervorgehoben. Der Vollständigkeit halber werden wir das dort Angeführte diesen Blättern an den geeigneten Stellen einzeln einzuverleiben uns erlauben.

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