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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 254

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 254 (sequence 302)
Language
German
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IRI
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254 Bilder aus ich es bin, nicht Milde üben in der Sterbestunde.""—„He, heMeno, schrie Tara kos, bringe die Rasende in Gewahrsam, sie ist eine Gistmischerin." — Wie? rief Lisi bi o s argwöhnisch aus. Irene tobt? — Stille und forsche nicbt bis Mondesfrist, sagte Tara kos. So will's, wie du weißt, der heilige Zauber! — „Aber du sagst ja Cirilla sei sine Giftmischerin?" — Stille, ich will dir alles erklären. Komm nur fort aus dem Gedränge , Meno, führe sie in meinen Pallast, flüsterte Tarakos dem Unterpriester zu, und... — Meno hatte alles genau begriffen. Von Cirilla hat man nie ein Wort wieder gehört. Rach vielen, vielen Jahren, wurde ihr unverwester Leichnam in einem Gewölbe des Isis- Tempels — eingemauert gefunden. Im Hippodromos war nur eine Seele, die auf dieses Schauspiel achtete. Es war der Sänger Selim. Er suchte hastig in seinem Gürtel, und brachte einen Papyrus > Streifen heraus. Es war Ci ritte ns Brief, worin die wenigen Worte standen: Jcy habe keinen Mord begangen; aber da der Tod doch alles sübnet, will ich im Jenseits deiner würdig sein. Selim zerdrückte eine Thräne in seinem Auge — die Einzige/die er seit dreien Tagen zu weinen vermochte. „Ehe die Sonne wieder sinket, stehest du mich und eine Million deiner Brüder zu dir, Cirilla, kommen," murmelte erleise vor sich hin. Es schläft und schlummert nicht der Huther Israels. Die Menge hatte sich bald verlaufen; nur noch die Wachen um den Hippodromos blieben zurück. Der Tag ward zu Grabe getragen, die Sonne in's Meer gesenkt, und ein Purpurmantel schwamm 0/ der königlichen Leiche, die von dem Graus der Menschheit ihren/Abschied nahm. Es kam die Nacht herbeigezogen, in ihrem tiefsten Trauergewande. Alle Lampen des Himmels waren ausgegangen, und ringsum .herrschte eine fürchterliche Stille. Nur der Juden schwere Seufzer hallten aus dem Hippodromos in die schweigsame Nacht hinein. Noch länger sollten sie die Qual der Todesangst erdulden, ehe des Grabes finstere Nacht sie umfangen. Unbekümmert kreist die Erde um ihre Achse , und ahnt das Unheil nicht, das sie auf ihrem Rücken trägt. Bald grauet der Morgen wieder, aus dem Meere hebt flch's auf purpurner Welle empor, und wieder blickt die Sonne auf das Grauen der Erdebewohner nieder. Doch diese sind die Alten noch. Wieder umstehet die Menge die Schranken des Hippodromos; zum zweiten Male reckte der gierige Aegypter seine blutdürstige Zunge — Und zum zweiten Male kommt Lisibios herbeigesprengt, und verschiebt das Schauspiel auf den kommenden Tag, denn der König ist noch krank. Und wiederum des Pöbels Murren und wiederum der Juden Wehegesang, und wieder eine

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