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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 248

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 248 (sequence 296)
Language
German
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IRI
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248 Bilder aus Beschränktheit seid ihr getreten und des Familienlebens Innigkeit habt ihr verloren. Euch ist nichts als das Gespenst der Langweile in eueren Prunkgemächern geblieben, das euch nur ewig zu Thorheiten verleitet, indeß euch von Außen und Innen Feinde umlauern. Er schloß mit der Mahnung, von nun an inniger zu einander zu halten, den Tand von sich zu werfen, sich stille und ruhig zu benehmen, und in der Stunde der Gefahr auf Gott zu vertrauen — Der Redner war Aristobul — den wir bereits als einen Mann der Rede kennen gelernt. — Nachwirkung. Schön gesprochen, sprach Hyrkan, hat er, das muß man ihm lassen. Der Mann ist sehr beredt. Kommt Brüder, laßt uns ein Paar Becher leeren. — Gut gesprochen, das lasse ich gelten, erwiederte der Stutzer, schön kann nur Aglaja reden. Der Stutzer belachte seinen seinsöllenden Witz. — Ich muß über diese Rede ein eigenes Werk schreiben, meinte Dositheus, man muß die Idee, die Idee- Ich sehe immer auf die Idee. Attalos war ernster denn je, und sprach kein Wort. Kiku los berechnete, wie lange er die Neuigkeit werde erzählen können: Aristobul hat eine Rede gehalten. Massulam fand zu wenig Bibelsprüche darin. Dafür war die Wirkung auf eine Gruppe armer Krämer desto nachhaltiger. Am besten kam ein armer Palästinenser dabei weg, der so eben in erbärmlichem Zustande angelangt war. Er ging fast nakt vor Armuth, und der Hunger blickte ihm gierig aus den Augen. Die Krämer schoßen aus ihrem kärglichen Beutel sogleich eine kleine Summe zusammen; mancher zog sich seine Chlamis (Obermantel) ab, und schenkte sie dem armen Manne; mancher gab ihm seine letzte mit Mühe ersparte Sesterz, — denn der Palästinenser war ja ein armer jüdischer Bruder, und wir sollen uns einander innig anschließen, so wollte es doch der Redner. — So eben kam die berühmte Sänfte des unberühmten Timothaos vorbei, drinnen saß seine schone Tochter, stolz wie ein Pfau, und würdigte ihre Glaubensgenossen keines Blickes — den armen Palästinenser konnte sie natürlich nicht wahrnehmen. Dagegen hatte sie Augen für den Höfling Lijibios, der eben auf einem meffenischen Roße daher gesprengt kam. Das Pferd bäumte sich und warf den kühnen Reiter ab. Die Tochter des Timotbaos ließ anhalten, und wollte sich erkundigen, ob der Mann keinen Schaden genommen hatte — denn sie war so menschenfreundlich. — Lisibios wollte anfangs der teilnehmenden Dame danken, doch da er ihrer ansichtig ward, wendete er sich mit Verachtung ab, seines Schwures an Tarakos gedenkend, und rief blos: „Laß das gut sein, Jüdin!" Die Tochter des reichen Timothaos ward purpurroth, und glaubte

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