Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 247

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 247 (sequence 295)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2609281-3184086--1785-3185897
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Alexandriens Vorzeit. 247 der Hand zu schwingen verpflichtet war, so ost er an eine Stelle fcmt, wo die Gemeinde im Chore mit ihrem „Amen" einfallen sollte. Und Amen! Amen! scholl's aus allen Enden und Räumen empor zum himmlischen Vater. — Ungewöhnlich war heute derAndrang in demGot? Leshause, und nach beendigtem Gebete stehen die Gruppen vor der Halle, und stecken die Köpfe ängstlich zusammen. Man raunt und flüstert sich ängstlich die neue Mähre zu. Da läßt endlich ein Redner voll einem hohen Steine herab sich hören, der so beginnt: Es war am dritten Tage der Schöpfung, da wurde die Erde zur Welt gebracht! Und da stand sie auf Sein Geheiß, feierlich geschmückt in der'Auen grünem Lalare, der da gestickt ist mit des Feldes Blümlein. Der Erde flatternde Lecken, des Waldes Baume, rauschten, und ibre Kronen, die Berge, streckceu das kristallene Diadem bis in dir Wolken hinein. Und unter diesen, da schwollen die Adern, die tiefen Schachten, strotzend vom Blute des edlen Metalles. Und da rauschte es ans allen Ecken, und es ertönte aus allen Enden: Halleluja, Halleluja! O Gott! du bist mächtig! An demselben Tage, da wurden die Riesen geboren, die mächtig die Keule zu schwingen, und das Schwert zu führen verstehen. Und es blitzte das Eisen mit mordgierigem Blicke hervor aus den Ritzen der Berge, und es erbebten die Bäume, und sie neigten die Wipfel in demüthigen Scheu vor dem Herren und, sprachen tt7): Herr, sieh wie kurz die Frist, die du uns beschieden, und doch kann das Eisen uns in der Blüthe noch fällen. Und es erhuö sich majestätisch die Zeder, und rankte gebietherisch die Zweige, und gebot die Stille und sprach: Was fürchtet ihr das Eisen, und die Art, die scharfe, die in die Wurzel uns dringet! Eine Art muß einen Stiel haben, und wenn die Handhabe ihr fehlt, was nützt das scharfe Gebiß. Gebet ihr den Stiel nicht her, so seid vor dem Faller ihr sicher. Der Redner fuhr dann fort in seiner Parabel, und verfluchte das Bäumlein, das schwache, das nicht tiefe Wurzel geschlagen, und von seinem Boden so leicht verrückt werden konnte. Das Bäumlein, das keine Wurzel schlagen wollte, war der erste Stiel zur ersten Art, sprach er, und die Bäume durften nicht mehr ihren Schöpfer verklagen. Ihr, sagte er, entfremdet euch dem väterlichen Glauben, liebäugelt in Prachtsucht und Gunstbuhterei, in Eitelkeit und Ostentation mit den umgebenden Völkern. Dadurch ziehet ihr statt Gunst, den Neid; statt Liebe, den Haß und die Verachtung auf euch. Der Reiche entnervt die Mittelklasse, die ihm nachahmen will, und sich zu Grunde richtet. Ihr habt die Spießbürgerlichkeit, aber auch die Biederkeit verloren. Aus der Chajes zu Suka iliid — Ganz irrig sind die Additain. zu Git. l. c. n"i u^r.) *0 Nach Midrasch Rabba zu Gen. 1.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.