Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 292)
- Language
- German
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244 Bilder aus Kreise angehörig, und wegen seines frommen Wandels, den die Neuerungssüchtigen doch unmöglich auf Rechnung seiner Unwissenheit schreiben konnten, wurde von dem Neide für scheinheilig, von dem Leichtsinne für einen Schwärmer gehalten. In Jerusalem war dagegen der fromme Eifer geschäftig seine griechische Weisheit zu verschreien, denn er sprach das Hellenische sehr rein, und besser als mancher Modejüngling in Alexandrien, wo eine Art Jargon gesprochen wurde, der sich zum Theile noch in einigen Resten jener Literatur vorfindet. ß3) Doch endlich siegte sein beharrliches Wesen über das Mißtrauen der Palästinenser, unter denen er lebte und Antigon, seinem Neffen, die ganze Zeit widmete. Er gedachte zwar auf immer Alexandrien zu meiden; allein er wollte seinen theuern Zögling nicht den Lockungen dieser Stadt preisgeben, und doch mußte dieser einige Zeit hier verweilen.. Er entschloß sich ihn zu begleiten, und erfuhr wider seinen Willen das Schicksal Cyrilla's, welches in ihm gewisse Erinnerungen aus ihren verschollenen Tagen erweckte. In seinen Träumereien versunken, wurde tz) Ich habe bereits oben nachgewiesen, wie der Haß der Griechen, gegen die Juden auch von Seite der letztern Rückwirkun» gen verursachte. Die oven angeführte Talmudstelle versetzt das Verbot, griechische Weisheit zu lernen in eine freilich spätere Zeit; allein es ist Grund zu vermuthei,, daß der Widerwille gegen die חכמת 'ונית ein älterer sei. Was sie unter griechischer Weisheit verstanden, darüber ward schon viel disputirt. Brüters Ansicht, daß es mit der jüdischen Kabbala identisch sei, ist bereits von Jost (Geschichte derJsraeliten 2. Buch. Anhang Nr. 7. und von Frank: La Kabbala) widerlegt worden. Aus den in der Beitage von uns citirten Stellen gehet jedoch zur Genüge hervor, daß der ganze griechische Geist in Palästina verhaßt war, und zwar schon in einer früheren Zeit, als die in Sota 49. angegeben wird, (Bergt. F. Jos. XX- 9. Aboda Sara 45 Sabbath 116. Die älteren jüdischen Comment. namentlich Maimonides (z. St. und A. Salom. B. Aderetb vergleiche Rapoport: Bikurc haittim 8. Jahrg S. 9 und 13) halten die הכמה יוניה für eine Art in Räthseln und räthselhaften Reden, vielleicht auch in bhiffern zu sprechen. Diese Erklärung paßt auch am Besten zu der Stelle in Sota 49. Auch habe ich das Wort הבמה in diesem Sinne gebraucht, am einer andern Stelle gefunden, nämlich Erubin 53,2, wo sogar von einer Magd erzählt wird, daß sie den Jüngern des Rabbi in לשון הבמה zu verstehen gab, daß sie^sich nach Hause begeben sollen, und dabei wird uns die Art und Weise erzählt, wie sie das that, woraus zu erkennen ist, was man unter חרהה verstanden. Wir werden in der Beilage diese Sache weitläufiger besprechen. da sie zu wichtigen Resultaten führt. Dre Stelle in Erubin ist in noch anderer Beziehung für den. Philologen wichtig. — *י) Darüber di Beilage.