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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 242

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 242 (sequence 290)
Language
German
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IRI
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242 Bilder aus ohne Juden allein eurem Feinde gegenübe. stehet. Was dich an den Juden ein Aergerniß nehmen laßt, das freuet mich gerade sehr. Prachtsucht ist der erste Schritt zum nahen Verfall. Nachäfferei und Liebäugeln mit der herrschenden Nation ist die erste Blüthe, die einst zur giftigen Frucht heranreifen soll. — Ja! so ist's: Der Jude muß fallen durch sich und mich. Fällt der Jude, so fallet auch ihr, — gleichviel, ob durch das Schwert, ob durch Isis geheime Künste — Du verdienst den Tod, weil du ein aufgeklärter Mann, an Liebestränke glaubst — Und du Irene, Einzige, d''e mich mit ihrem Volke hätte aussöhnen können, du Beste unter den Griechen, mußt die Erste fallen. Mein erster liebeglühender Blick, war dein erstes Todtengericht. Was ein Isis-Priester liebt, fällt ein Opfer seiner Göttin — Du mußt sterben! Sterben? Ja sterben soll sie — Pfui! nicht feige Tara kos! — S e l i m. Die treue Lyra in der Einen Hand, mit der Andern sein müdes Haupt, das sorgenschwere, stühend — so saß Selim, der Sänger, Antigons Begleiter, in dem "Garten des getreuen Freundes Aristobul. Seine Stirne tief gefurchet, beschrieben von des Schicksals eiserner Hand; doch sein Auge gleicht dem schwarzen Krystalle, schimmernd in der Sonne Gluth. Vor ihm liegt eine Rolle orten; doch diesmal liest er nicht in ihr. Es ziehen wie bunte Schmetterlinge im gaukelnden Wirbel, die Schatten seines ersten Maies an der sinnenden Seele vorüber. Sein wehmuthsvolles Angesicht verklärt sich zu einem heitern Lächlen. Er greift zur Leier, wie er immer zu thun gewohnt ist, wenn ihm ein Gedanke bewegend durch die Seele zieht. Er singt und spricht übwechslend, wie die Bilder ihm gerade durch die Phantasie gehen. Die Felsen im Gesteine Verwittern, werden Staub, Im Grabe die Gebeine, Sie sind des Wurmes Raub. Gedanken in den Sinnen, Die werden eitel Traum; Und Stunden ach! zerrinnen, Wie wilden Baches Schaum. Doch Eine Stimme fernhin hallet, Wohin der müde Pilger wallet. Erinnerung, ach Erinnerung ist ein Wiederhall, der aus der Vergangenheit Reiche weit in die Zukunft tönet. Gedächtniß ist der blumige Hügel, der die Träume der Jugend umschließt. Umsonst suche ich Las Echo in meinem Herzen zu übertäuben, umsonst an des Wissens dürrer Palme mich zu laben. Ich kann den Traum nicht lassen, den

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